SPD-Streit über Flughafen

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Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel widersprach Forderungen Frankfurter Ortsvereine, die neue Landebahn zu schließen.

Frankfurt (mic) - Nur noch sechs Wochen ist die Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt entfernt, da entbrennt in der Hessen-SPD ein Streit über das Thema Fluglärm: Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel widersprach gestern nach einem Bericht von hr-online Forderungen Frankfurter Ortsvereine, die neue Landebahn zu schließen.

„Wir stehen als einzige Partei seit elf Jahren zur Mediation“, betonte Schäfer-Gümbel und bestätigte, was er vor wenigen Tagen dem hr gesagt hatte: „Ich versuche mit aller Kraft, das Mediationsergebnis zum Flughafenausbau umzusetzen.“ Damit sei ein absolutes Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr abgedeckt. Es sei aber für ihn auch klar, dass er sich die Position, die Nordwest-Landebahn wieder zu schließen, nicht zu eigen machen werde, so Schäfer-Gümbel.

Allerdings fordern exakt dies drei Ortsvereine der Frankfurter SPD. Es handelt sich um Sachsenhausen, Oberrad und Niederrad. Im hoch belasteten Frankfurter Süden versprechen sich die SPD-Gruppierungen eine spürbare Entlastung nur noch durch den Rückbau der Landebahn. Zuletzt hatte am Samstag der SPD-Ortsverein Sachsenhausen die Rückbau-Forderung beschlossen. Der Fluglärm sei unerträglich, die Mediation insgesamt unglaubwürdig, hieß es in der „Frankfurter Rundschau“. Man wolle nun in den höheren Parteigremien für die Position werben und hoffe auf ein endgültiges Votum der Frankfurter SPD bei ihrem Parteitag im April.

Mehr zum Thema Flughafenausbau in unserem Stadtgespräch 

Der OB-Kandidat der Frankfurter SPD, Peter Feldmann, teilt die Meinung seines Parteivorsitzenden nicht zu 100 Prozent. Er möchte das Nachtflugverbot von der „Mediations-“ auf die „gesetzliche Nacht“ zwischen 22 und 6 Uhr ausweiten. Die Frankfurter SPD unterstützt diese sogenannte Feldmann-Linie. Das Ergebnis des Meinungsbildungsprozesses bei den hessischen Sozialdemokraten ist offen. Schäfer-Gümbel denkt in der „Bild“ bereits über eine neue, strengere Mediation nach.

Quelle: op-online.de

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