Hessischer Lottostreit

Kommentar: Spiel mit der Sucht

Illegales Glücksspiel per Internet oder nur ein neuer, moderner Weg der Übermittlung der Lottozahlen? Das ist die Kernfrage beim Streit zwischen Hessen-Lotto und dem Land auf der einen und dem Fachbeirat Glücksspielsucht auf der anderen Seite. Von Peter Klebe

Ein Streit, der im Vorfeld zumindest abzumildern gewesen wäre, wenn man den Beirat über die E-Brief-Pläne informiert hätte. Wie soll er seiner Aufgabe, Spielsucht einzudämmen, nachkommen, wenn er bei gravierenden Änderungen nicht beteiligt wird?

Nun muss sich Hessen-Lotto den Vorwurf gefallen lassen, eben nicht nur besseren Service bieten zu wollen, sondern auch auf mehr Spieler und höhere Einsätze zu spekulieren. Geld aus den Lottotöpfen kann das finanziell klamme Land mehr als gut gebrauchen. Das darf aber nicht dazu führen, die Suchtgefahr zu verharmlosen.

Der Einsatz beim Spiel per E-Brief wird auf 250 Euro pro Woche begrenzt. Hessen-Lotto brüstet sich damit, so der Spielsucht vorzubeugen. Das ist zynisch. Denn wer bis zu 1000 Euro pro Monat am heimischen PC für Lotto verzockt, ist bereits süchtig. Etwas mehr Sensibilität wäre schon angebracht.

Quelle: op-online.de

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