Trends für Frühjahr und Sommer

Spitze Formen, dezente Farben

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Bunte Schuhe sind in diesem Sommer die Ausnahme.

Frankfurt - Jogginghosen zum Business-Outfit? Wenn es nach der Deutschen Schuhinstitut geht, ist das einer der Trends in diesem Frühjahr und Sommer. Von Lena Marie Jörger

Während es draußen eher nach Herbst aussieht und die Sonne höchstens kurz durch die dunklen Regenwolken blitzt, herrscht in den Räumen der Rudergesellschaft Germania in Frankfurt schon Sommerstimmung. Das Deutsche Schuhinstitut (DSI) mit Sitz in Offenbach stellt dort in einer Modenschau die Trends für die heiße Jahreszeit vor. Und die sind vor allem eines: dezent.

„Letzten Sommer waren die Farben noch greller, die Modelle verspielter“, erinnert sich DSI-Sprecherin Claudia Schulz. „Dieses Jahr wird es eher ruhiger.“ Laut Schulz ein Ausdruck des Zeitgeistes. „Ich denke, die Mode ist auf dem Weg der Entschleunigung.“ Pastell- und Gewürztöne sowie Grau- und Blaunuancen liegen im Trend. Genauso Schwarz und Weiß. „Vor allem Dessins in Form von Streifen oder Karos sorgen für Aufmerksamkeit“, weiß Schulz. Muss sie auch, denn sie hat gemeinsam mit ihrem Team die neuen Trends festgelegt (siehe Interview).

Bevor es die Neuheiten aber auf den Laufsteg schaffen, braucht es eine lange Vorlaufzeit – und hilfsbereite Kolleginnen. „Das Fitting, also die Anprobe der Schuhe zusammen mit passenden Outfits, machen wir immer in meinem Büro“, erzählt Schulz. „Meine Kollegin muss dann als Model herhalten, damit wir sehen, wie Schuhe und Kleider zusammen wirken.“ Einer der Trends heißt „Jogging ganz chick“. Als Schulz dies ankündigt, geht ein Raunen durch die Zuschauermenge. Jogginghosen zum Business-Outfit? Das ist für viele nur schwer vorstellbar. „Natürlich nicht die, mit der man abends auf der Couch sitzt“, beschwichtigt Schulz sogleich. Und in der Tat, was die vier Models präsentieren, kann sich wirklich sehen lassen. Figurbetonte Hosen in unterschiedlichen Längen wirken kombiniert mit Pumps und Blazer sportlich und elegant zugleich.

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Von Vintage- oder Used-Look ist diesen Sommer dagegen gar nichts mehr zu sehen. „Man darf Schuhen wieder anmerken, dass sie neu sind. Das heißt aber auch, dass man sie jetzt wieder häufiger putzen und pflegen muss“, sagt Schulz und schmunzelt. „Ausreden von wegen ‘Das gehört so’ gelten jetzt nicht mehr!“

Großes Comeback feiert der mit Riemchen versehene Sling Pumps, mal mit Strasssteinen, mal mit metallischen Effekten. Schon länger gefragt sind dagegen Sommerstiefeletten, die in diesem Jahr mit kleinen Ausstanzungen und Mikroperforation daherkommen und so luftige Einblicke erlauben.

Die Formen werden spitzer und schmaler, auch bei Ballerinas und Schnürschuhen. Hohe Absätze bleiben zwar angesagt, müssen aber nicht unbedingt sein. „Diesen Sommer betonen nicht mehr nur High Heels die Weiblichkeit, sondern auch flache Schuhe, die schmal und fein geschnitten sind“, sagt Schulz.

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Allerdings bleiben die eher maskulinen Budapester auch für Frauen im Trend, vor allem mit auffälligen Schwarz-Weiß-Kontrasten. Kombiniert mit leichten, eng geschnittenen Hosen und Chiffon-Blusen wird dieser Schuh zum echten Hingucker. Ähnlich auffällig sind metallisch glänzende Gold-, Silber- und Platintöne, die vor allem in Weiß gehaltene Outfits veredeln.

Und was trägt Mann diesen Sommer? Segelschuhe, Mokassins und Budapester, alle mit dünner Ledersohle und weichem Veloursleder. „Zu verkürzten Chinos oder Bermudas sehen diese Schuhe einfach klasse aus“, schwärmt Schulz. In Sachen Farben bleibt es auch hier dezent. Farbig sind höchstens kleine Details wie Schnürsenkel mit roten Enden oder zweifarbige Sohlen. „Schließlich haben sich die Herren gerade erst an Farben gewöhnt, da können wir sie ihnen nicht gleich wieder wegnehmen.“ Noch ein Trend, mit dem so mancher Mann wohl erst noch warm werden muss, sind Taschen. „In London tragen bereits 50 Prozent der Herren welche“, weiß Schulz. „Ich finde, das täte auch Deutschland gut.“ Ob Tasche hin oder her, bequem ist die maskuline Schuhmode in jedem Fall. So dürfen auch Laufschuhe und Sneaker zum Anzug kombiniert werden.

Quelle: op-online.de

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