Kurzporträts

Die Spitzenkandidaten der fünf Landtagsparteien

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Am 22. September sind alle Bürger in Hessen gefragt.

Wiesbaden - Vom konservativen Landesvater bis zur Linken vom linken Parteiflügel: Zur Hessenwahl am 22. September haben die fünf Landtags-Parteien ihre prominentesten Politiker an die Spitze der Wahllisten gesetzt. Die Kandidaten in Kurzporträts.

Volker Bouffier - der joviale Landesvater von der CDU

Seit Mitte 2010 führt Volker Bouffier Regierung und CDU in Hessen, nun muss er deren Macht verteidigen. Vorher amtierte der 61-jährige Jurist aus Gießen elf Jahre lang als Innenminister. Bouffier gehörte zum Freundeskreis von Politikern der Jungen Union um Roland Koch, die gemeinsam Parteikarriere machten. Doch während Koch als hessischer Regierungschef mit Vorliebe bundespolitische Debatten provozierte, hält Bouffier sich zurück. In Parteifragen denkt er konservativer als Koch. Der Vater von drei erwachsenen Kindern gibt gern den jovialen Landesvater und nutzt sein Talent, auf Menschen zuzugehen. Bouffier ist sportbegeistert - er hätte in seiner Jugend gern professionell Basketball gespielt, doch ein Unfall stoppte ihn.

Thorsten Schäfer-Gümbel - der neue SPD-Hoffnungsträger

Als die SPD 2008 nach der gescheiterten Wahl von Andrea Ypsilanti im Tal der Tränen war, musste ein junger Hinterbänkler aus Gießen ran. Der damals noch belächelte Thorsten Schäfer-Gümbel ist fünf Jahre später zum Hoffnungsträger der SPD geworden. Er führte die Flügel der Partei zusammen. Aus einem leicht linkischen Abgeordneten wurde ein selbstbewusster Fraktionschef, der sein Bild beharrlich aufpoliert hat. Politisch ist der linke "TSG" geschmeidiger geworden. Mit der Wirtschaft will es sich der 43-Jährige nicht verderben. Der Sohn eines Zeitsoldaten und Lastwagenfahrers kommt aus einfachen Verhältnissen. Schäfer-Gümbel und seine Frau Annette haben drei Kinder.

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Jörg-Uwe Hahn - der FDP-Landeschef steht treu zur Union

Der hessische FDP-Vorsitzende und Justizminister Jörg-Uwe Hahn ist immer für einen Spruch gut. Deshalb reden Medien gern mit ihm, er bringt sich aber auch öfter mal in die Bredouille. So ließ sich ein Zitat zur vietnamesischen Herkunft von FDP-Bundeschef Philipp Rösler als ausländerfeindlich lesen. Dabei ist Integration für den 56-jährigen Juristen aus Bad Vilbel ein großes Thema. Er sorgte dafür, dass es in Hessen islamischen Religionsunterricht gibt. Hahn führt die Landes-FDP seit 2005 und hält sie fest an der Seite der Union. Das Verhältnis zur Bundesführung der Liberalen ist gespalten: Mal kritisiert er sie, mal stützt er sie. Der Sohn eines Bundeswehroffiziers ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Tarek Al-Wazir - als Grünen-Vorsitzender schon lang im Wartestand

Hessens Grünen-Chef Tarek Al-Wazir ist nicht nur der dienstälteste Fraktionschef im Landtag. Der 42-Jährige wird auch regelmäßig in Umfragen zum beliebtesten Politiker des Landes gewählt. Der Sohn eines Jemeniten und einer Deutschen gilt als eines der großen politischen Talente seiner Partei. Der Offenbacher, unumschränkter Chef der Hessen-Grünen, ist bekannt für scharfen Verstand und ätzende Kritik. Für Al-Wazir gilt die Wahl als letzte Chance, in Hessen Minister zu werden. Ansonsten dürfte er sich ein anderes Feld suchen - zum Beispiel in der Bundespolitik. Mit seiner Frau, die er in der Internationalen Schule in Sanaa kennenlernte, hat er zwei Söhne.

Janine Wissler - selbst bei der Linken weit links

Die Spitzenkandidatin der hessischen Linkspartei, Janine Wissler, musste schon vor dem 22. September wählen: Landes- oder Bundespolitik. Sie entschied sich, erneut für den Landtag in Wiesbaden zu kandidieren, wo sie seit 2009 die Linksfraktion führt. Die 32-jährige Politologin aus Langen ist eine der scharfzüngigsten Rednerinnen im Parlament. Ihre politische Heimat sind ultralinke Strömungen in der Partei wie das Netzwerk Marx 21. Wissler kandidierte bei der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt/Main 2012, allerdings wenig erfolgreich. Sie kam auf 3,8 Prozent der Stimmen.

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dpa

Quelle: op-online.de

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