Bericht zur Lage der Migranten in Hessen

Sprache ist der Schlüssel

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Wiesbaden - Nach zweieinhalb Jahren Arbeit hat eine Landtagskommission ihre Empfehlungen zur Integration von Zuwanderern vorgelegt. Fazit: Ohne Sprachkenntnisse und Bildung geht es nicht.

Ohne die deutsche Sprache zu sprechen, sind Integrationserfolge nur schwer zu erreichen. Deshalb soll die Sprachförderung für Migranten künftig noch weiter ausgebaut werden. Das ist eines der Ergebnisse, zu der die Enquetekommission des Hessischen Landtags zur Integration in ihrem gestern vorgelegten 187 Seite starken Abschlussbericht kommt. Zugleich betonen die Abgeordneten fraktionsübergreifend aber auch, dass es ein Vorteil für Migrantenkinder ist, mehr als eine Sprache zu sprechen.

Für die Entwicklung der Sprachkompetenz im deutschen gibt es speziell für Kinder schon lange Angebote, die nun auch wissenschaftlich überprüft werden sollen.

Nicht nur über Defizite sprechen 

Die Kommission, der Abgeordnete aller Fraktionen angehörten, analysierte mit Hilfe von mehr als 50 Experten die Situation in Hessen und entwickelte Handlungsempfehlungen. Insgesamt warnte die Kommission davor, nur über Defizite zu sprechen. Dies spiele nur den Populisten auf beiden Seiten in die Hand. Wichtig seien die positiven Beispiele. Die Grünen monierten indes, dass die Befassung mit Integration zu Islam-lastig sei. Dies fördere einen Generalverdacht im Hinblick auf die Gefährdungen des Islamismus.

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Konkret wird etwa für den Arbeitsmarkt ein Zuwanderungskonzept ähnlich wie in anderen Einwanderungsländern gefordert. Beim Thema Wohnen möchte die Kommission, dass über Quartiere, in denen viele Migranten leben, sachlicher diskutiert wird. Man habe gelernt, dass solche Quartiere auch positive Seiten hätten, etwa bei der Integration neu Zugewanderter. Zudem entstünden Konflikte in schwierigen Quartieren nicht unbedingt durch Migranten, sondern durch das Aufeinandertreffen mit sozialen Probleme ebenfalls dort lebender Deutscher.

Vermehrter Zuzug aus Osteuropa

In Offenbach haben unterdessen die Schulen mit den Folgen des vermehrten Zuzugs aus Osteuropa zu kämpfen. Die Zahl der Schüler ohne Deutschkenntnisse ist seit September des vergangenen Jahres von 76 auf mehr als 215 gestiegen. Statt der zu Beginn des Schuljahres geplanten vier gibt es mittlerweile 13 der sogenannten Intensivklassen, die das ohnehin bestehende Raumproblem an den städtischen Schulen verschärfen. „Wir sind vom Zuzug überrannt worden“, heißt es denn auch aus dem Staatlichen Schulamt. Das hessische Kultusministerium habe zudem angesichts der unerwarteten Entwicklung nicht ausreichend Mittel zuweisen können. Mit Sorge blicken die Fachleute aufs nächste Jahr, wenn die letzten Zuzugsbeschränkungen für Bulgaren und Rumänen wegfallen. Dann werde sich das Problem vermutlich noch verstärken heißt es.

wet/mad

Quelle: op-online.de

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