Kraftwerks-Schornstein gesprengt

Karlstein - Das Mainufer gegenüber von Seligenstadt bei Karlstein hat ein markantes Symbol weniger - es hat sich mit Knall und Donner verabschiedet: Von Armin Wronski

Mit 20 Kilogramm Sprengstoff, verteilt auf 92 Bohrungen, wurde der 150 Meter hohe Schlot des ehemaligen RWE-Steinkohlekraftwerks im Ortsteil Dettingen zu Fall gebracht. Die Masse des abgesprengten Oberteils in klassischer Klinkermauerung hatte ein Gewicht von 1800 Tonnen.

„Der 45 Meter hohe Betonsockel wird anschließend mit schweren Gerät abgebrochen“, erläuterte RWE-Sprecherin Dagmar Butz vor Ort. Die Vorbereitungen für das Spektakel hätten eineinhalb Wochen gedauert. Vorangegangen sei die Sprengung des 45 Meter hohen Treppenhausturms am Kesselhaus.

Die Sprengung in Bildern:

Kraftwerks-Schornstein gesprengt

Als nächstes soll am 4. März (16 Uhr) die Niederlegung des Aufzugsschachts erfolgen und am Dienstag, 22. März (17 Uhr), das Kesselhaus selbst gesprengt werden. Damit geht eine Kraftwerksära zu Ende. Ihre Geschichte reicht in die Anfänge der Elektrizitätsversorgung am Untermain zurück. Bereits 1882 wurde von der damaligen Grube „Amalia“ in Seligenstadt, Braunkohle gefördert. 1904 gab es dort ein erstes Kraftwerk zur Verstromung der Braunkohle unter der Regie der Gewerkschaft „Gustav“. Die wurde 1938 von den Rheinisch Westfälischen Elektrizitätswerken (RWE) übernommen.

Kraftwerk nur sporadisch im Einsatz

Bis Anfang der 1960er Jahre betrieb RWE dort ein reines Steinkohlekraftwerk. 1965 wurde auf den Kombibetrieb Öl-Steinkohle umgerüstet. Das Kraftwerk (KW) war bis zu seiner Stilllegung 2001 ein „Reservelast KW“ und nur sporadisch im Einsatz, wenn die Netzkapazitäten nicht ausreichten. Welche Pläne der Konzern mit dem rund 29 Hektar großen Areal weiter verfolgt, ist noch ungekannt.

Quelle: op-online.de

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