Auf den Spuren der berühmten Brüder

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Bühnenmaler Pasquale Ippolito vom Gießener Stadttheater opfert seine Freizeit der Arbeit an den bunten Figuren, die auf dem Brüder-Grimm-Erlebnispfad aufgestellt werden.

Frankfurt/Rhein-Main - Statt Golddukaten werden Schokotaler aus dem übergroßen Eselshintern plumpsen. Und der verlorene, goldene Schuh von Aschenputtel, der zwischen zwei Häusern in der Luft hängen wird, ist so groß, dass man sich glatt hineinsetzen könnte. Die Gassen und Fachwerkhäuser in der Marburger Altstadt werden zur Kulisse für die bekannten Märchen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Von Maria Panagiotidou

Die Geschwister studierten in der Stadt an der Lahn zwischen 1802 und 1806 Rechtswissenschaften. Zum Frühlingsanfang am kommenden Samstag, 21. März, wird in der mittelhessischen Universitätsstadt ein „Grimm-Dich-Pfad“ eröffnet. Der Erlebnispfad soll Touristen und Interessierte bis Ende des Jahres spielerisch durch Marburg führen - auf den Spuren der weltberühmten Märchensammler und Sprachforscher. An Fassaden, auf Mauern und auf Dächern mitten in der Oberstadt werden dann mannsgroße und bunte Figuren aus den rund um den Globus bekannten Märchen hängen und sitzen. Neben dem Allerwertesten des Esels aus „Tischlein deck dich“, der einmal im Monat Schokotaler verteilen wird, und dem Aschenputtel-Pumps markieren weitere Märchenfiguren und -objekte die zehn Stationen des Pfades durch den historischen Stadtkern. Dazu gehören das Igelpaar aus „Der Hase und der Igel“, der Frosch aus „Der Froschkönig“ und die sieben Fliegen aus „Das tapfere Schneiderlein“.

Der „Grimm-Dich-Pfad“ ist ein Beitrag Marburgs zum Themenjahr für Tourismus und Kultur „Literaturland Hessen 2009“. Daran beteiligen sich zehn Städte, wie der Leiter des Kulturamts Marburg, Richard Laufner, sagt. Rund um die Grimms stehen in Marburg Monat für Monat zudem etwa Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen auf dem Programm.

Die Brüder Grimm

Weltweite Bekanntheit genießen die Brüder Grimm vor allen wegen der von ihnen zusammengetragenen „Kinder- und Hausmärchen“. Die Geschichten wurden in mehr als 160 Sprachen und Kulturdialekte übersetzt. Mindestens ebenso bedeutsam sind jedoch die Sprachforschungen von Jacob und Wilhelm Grimm, mit denen sie die Grundlagen für eine neue Wissenschaft legten, für die Germanistik. Die arbeitsreichste Zeit ihres Lebens verbrachten die Brüder in Kassel. Während ihres Jurastudiums in Marburg lernten die Brüder Grimm bei ihrem Lehrer, dem Rechtshistoriker Carl Friedrich von Savigny (1779-1861), den Dichter Clemens Brentano (1778-1842) kennen. Durch Savigny in historisch-kritischem Denken angeleitet und durch die Mitarbeit an der romantischen Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ von Brentano und Achim von Arnim (1781-1831) in das Sammeln und Bearbeiten historischer und volkstümlicher Texte eingeführt, begannen die Grimms selbst, Texte zusammenzutragen. Jacob und Wilhelm Grimm sammelten Volkslieder und Sagen und verfassten die „Deutsche Grammatik“ und das „Deutsche Wörterbuch“. Für die Kulturgeschichte wird ihnen von Experten eine ähnlich große Bedeutung zugemessen wie Goethe oder Schiller.

Für die, die den Grimm-Pfad abgehen, gibt es ein Begleitheft, in dem die Märchen nachzulesen sind und das Informationen darüber enthält, wie Marburg aussah, als die Jura-Studenten Jacob (1785-1863) und Wilhelm (1786-1859) Grimm dort wohnten, an der Barfüßerstraße 35. Marburg fanden die Grimms damals alles andere als märchenhaft. „Ich weiß nicht, ob Sie, mein Lieber, schon einmal hier waren. Die Lage Marburgs und die umliegende Gegend ist gewiss sehr schön. Besonders wenn man in der Nähe des Schlosses steht und da herunter sieht, die Stadt selbst aber ist sehr hässlich. Ich glaube, es sind mehr Treppen auf den Straßen als in den Häusern“, schrieb Jacob Grimm aus Marburg an einen Freund.

Der Spott war nicht unbegründet, sagt Kulturamt-Chef Laufner. „Marburg sah damals wirklich schäbig aus: Die Häuser waren windschief, Kanalisation gab es nicht, Abwässer liefen einfach so durch die Stadt, und die Universität war ärmlich ausgestattet, es gab gerade 180 Studenten - auch wissenschaftlich gehörte Marburg nicht eben zur Elite“, sagt Laufner.

Weltweite Bekanntheit genießen die Brüder Grimm vor allen wegen der von ihnen zusammengetragenen „Kinder- und Hausmärchen“. Die Geschichten wurden in mehr als 160 Sprachen und Kulturdialekte übersetzt. Mindestens ebenso bedeutsam sind jedoch die Sprachforschungen von Jacob und Wilhelm Grimm, mit denen sie die Grundlagen für eine neue Wissenschaft legten, für die Germanistik. Die arbeitsreichste Zeit ihres Lebens verbrachten die Brüder in Kassel. Während ihres Jurastudiums in Marburg lernten die Brüder Grimm bei ihrem Lehrer, dem Rechtshistoriker Carl Friedrich von Savigny (1779-1861), den Dichter Clemens Brentano (1778-1842) kennen. Durch Savigny in historisch-kritischem Denken angeleitet und durch die Mitarbeit an der romantischen Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ von Brentano und Achim von Arnim (1781-1831) in das Sammeln und Bearbeiten historischer und volkstümlicher Texte eingeführt, begannen die Grimms selbst, Texte zusammenzutragen. Jacob und Wilhelm Grimm sammelten Volkslieder und Sagen und verfassten die „Deutsche Grammatik“ und das „Deutsche Wörterbuch“. Für die Kulturgeschichte wird ihnen von Experten eine ähnlich große Bedeutung zugemessen wie Goethe oder Schiller.

Quelle: op-online.de

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