Hessens Polizei

Kommentar: Staat im Staate?

Was in den vergangenen Wochen über die Führungsmethoden in der hessischen Polizei bekannt geworden ist, ist ein Skandal. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Mit dem Rauswurf von Norbert Nedela ist dieser Skandal allerdings nicht aus der Welt zu schaffen. Der frühere Landespolizeipräsident scheint in der Tat ein Regiment geführt zu haben, in dem nur ihm genehme, wenn nicht ergebene Beamte eine Chance hatten weiterzukommen. Das ist schlimm genug.

Nicht weniger skandalös ist allerdings, dass er dies im Schutze des damaligen Innenministers Volker Bouffier tun konnte, dem Aufklärungsquoten viel wichtiger waren als das Innenleben der Polizei.

Die Vorwürfe, Polizisten seien von eigenen Kollegen bespitzelt worden, um sie dann per Psycho-Gutachten aus dem Dienst zu entfernen, sind unfassbar. Langsam fragt man sich allerdings, ob die hessische Polizei tatsächlich ein Verein von Duckmäusern ist, die auf Anordnung von Vorgesetzten quasi alles tun. Und ob dies funktioniert, ohne dass Personalräte und Gewerkschaften davon erfahren. Ein Staat im Staate, jenseits demokratischer Kontrolle. Eine solche Sichtweise, mit Verlaub, würde sich wohl die große Masse der Polizisten nicht gefallen lassen.

Quelle: op-online.de

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