Stabile Lage in der Region

Offenbach/Köln ‐ Die Zeitarbeitsbranche sieht sich häufig als Gradmesser für die Konjunktur: „Wir sind die ersten, die merken, wenn es der Wirtschaft besser geht“, sagte Bénédicte Autem, beim Personaldienstleister Manpower für Hessen und Nordrhein-Westfalen verantwortlich, unserer Zeitung. Von Marc Kuhn

Seit Sommer 2009 gehe es wieder aufwärts. Das Institut der deutschen Wirtschaft hatte für seinen Index errechnet, dass die Zahl der Zeitarbeitnehmer vom Februar des vergangenen Jahres bis Februar 2010 um elf Prozent gestiegen war. So arbeiteten Anfang des Jahres etwa 668 000 Menschen in der Branche. Manpower habe im ersten Quartal zweistellig zugelegt und sei damit stärker als der Markt gewachsen, erklärte Sprecher Andreas Bachmann. Ende Dezember hätten 15 600 Mitarbeiter, die an Firmen überlassen werden, auf den Gehaltslisten gestanden.

In Hessen und NRW habe Manpower im vergangenen Jahr etwa 2 200 Menschen beschäftigt, berichtete Autem. Im Sommer 2008 seien es noch rund 3 000 gewesen. Etwa 400 wurden von Kunden übernommen, an die sie ausgeliehen waren. Es gab auch Entlassungen. Zurzeit setzt Manpower in Hessen 1 300 Mitarbeiter bei Kunden ein. Die hiesigen Niederlassungen haben sich stabil entwickelt. In Offenbach habe Manpower 140 Angestellte. „Hier merken wir, dass es besser wird“, berichtete Autem.

An Fachkräftemangel hat sich nichts verändert

In den vergangenen Monaten seien zusätzliche Unternehmen als Kunden gewonnen worden. In Offenbach erwartet Autem für Manpower weiteres Wachstum. In Neu-Isenburg beschäftige Manpower rund 70 Menschen. Am Fachkräftemangel habe sich trotz der Krise nichts verändert, erläutert die Direktorin für die Region Mitte weiter. Diese Einschätzung treffe gerade auf das Rhein-Main-Gebiet zu, fügte Michael Kienert, Projektmanager bei Manpower, hinzu. Im Gesundheits- und Metallbereich würden Fachkräfte ebenso fehlen wie kaufmännische Mitarbeiter mit Fremdsprachen-Kenntnissen.

In diesem Jahr zieht Manpower zudem Halbzeitbilanz des Projekts Gesunde Zeitarbeit (GEZA). In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sowie dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales entwickelt das Unternehmen in der Modellregion Hessen für die gesamte Personaldienstleistungsbranche in Deutschland ein umfassendes Gesundheitsmanagement für Zeitarbeitnehmer. „Prävention ist ganz wichtig“, sagte Kienert. Mit Begehungen am Arbeitsplatz könnten Unfälle verhindert werden. Derzeit würden Firmen und Zeitarbeitnehmer über ihre Erfahrungen und Anforderungen befragt.

Quelle: op-online.de

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