Stabwechsel im Kreis

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Der neue Landrat des Kreises Offenbach, Oliver Quilling (2. v. re.) mit seinem Vorgänger Peter Walter (re.) und seinem erweiterten Team, den beiden Kreisbeigeordneten Carsten Müller (li.) und Claudia Jäger (2. v. li.), sowie seiner Ehefrau Andrea.

Dietzenbach ‐ Klaviermusik von Frédéric Chopin, gegeben wurde „Fantasie - Impromptu in cis-moll“, zahlreiche Wünsche für ein gutes Gelingen, Blumenpräsente, Ministerbesuch und ein Amtseid: Über 300 Besucher füllten den Saal des Kreistages in Dietzenbach. Von Chrstian Riethmüller und Michael Eschenauer

Bei einer „regulären Kreistagssitzung“ - allerdings nur mit einem Tagesordnungspunkt - wurde der neue Landrat des Kreises Offenbach, Oliver Quilling, als Nachfolger von Peter Walter (beide CDU) in sein Amt eingeführt. Die Amtszeit des 44-jährigen bisherigen Bürgermeisters von Neu-Isenburg beginnt exakt am kommenden Montag, 1. März, um Null Uhr. Peter Walters Regentschaft - sie begann am 1. März 1998, endet zum selben Zeitpunkt.

Walter, dem der hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU) „Dank, Anerkennung und Respekt“ zollte und ihn einen „hoch engagierten Mann“ nannte, der „in diesem Kreis viel bewegt hat“, schien die Feierstunde nicht unberührt zu lassen. Der 57-Jährige verfolgte die rund einstündige Veranstaltung mit nachdenklichem Gesichtsausdruck, trotz des durchaus launigen Tons, den die Redner in ihren Abschiedsworten für den scheidenden und in ihren Grußworten für den künftigen Landrat anschlugen.

Quilling selbst wollte es in seiner Dankesrede nicht bei Allgemeinplätzen belassen, sondern einen Standpunkt beziehen und einen ersten Ausblick wagen. Der beinhaltete auch die explizite Einladung an die Oppositionsparteien zu einem Gedankenaustausch, selbst wenn die Entscheidungen im Kreis Offenbach der komfortablen Zweidrittelmehrheit der Großen Koalition von CDU und SPD wegen letztlich nicht umzustoßen sind.

Keine rabenschwarzen Szenarien

Wichtigste Aufgabe des Kreises sei, so Quilling, die „weitere Förderung und Entwicklung der Qualität der Bildungseinrichtungen von der Kita über die weiterführenden Schulen bis zum Übergang in Beruf oder Studium.“ Als weitere Schwerpunkte nannte Quilling die Intensivierung der regionalen Zusammenarbeit in der Rhein-Main-Region und die Suche nach Mittel und Wegen, um „der strukturellen Unterfinanzierung der Kreise“ zu begegnen. Der künftige Landrat schloss sich hier der Forderung der Landkreise nach einer direkten Steuerertragsbeteiligung an. Mit Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Kreises Offenbach wollte er allerdings keine rabenschwarzen Szenarien malen, sondern übte sich in jenem Optimismus, den auch Bernhard Bessel (CDU), Bürgermeister von Hainburg und Sprecher der Bürgermeister im Kreis, so sehr an Quilling lobte.

Walter, dessen offizielle Verabschiedung erst am 19. März ansteht, wünschte Quilling, dem „unternehmungsfreudigen Bürgermeister“, Mut für die Aufgaben, „die vor dir liegen“. Das Amt eines Landrats sei „nicht immer vergnügungssteuerpflichtig“. Aber die Herausforderung und der Spaß am Gestalten könnten einen mitreißen. Es war genau 18.30 Uhr als Quilling die Hand zum Amtseid hob und mit Handschlag vom Kreistagsvorsitzenden Paul Scherer auf die „gewissenhafte Erfüllung der Aufgabe“ verpflichtet wurde. Scherer vergaß nicht zu erwähnen, dass der Kreistag und eben nicht der Kreisausschuss machtvollstes Organ des Kreises sei.

Quelle: op-online.de

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