Firmen vor großen Problemen

In Stadt und Kreis Offenbach fehlen Fachkräfte

+

Frankfurt/Offenbach - Tausende Fachkräfte fehlen den Betrieben in Stadt und Kreis Offenbach sowie in ganz Hessen pro Jahr. Die IHK wollen jetzt gegensteuern. Von Marc Kuhn

Den Unternehmen in Hessen fehlen bis 2015 im Schnitt etwa 100.000 Fachkräfte im Jahr. „Eine Entwicklung, die sich ab 2020, bedingt durch den demografischen Wandel, noch weiter verschärfen wird“, sagte Mathias Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (IHK), gestern zu den Resultaten des Fachkräftemonitors.

In Stadt und Kreis Offenbach könnten bis 2015 rund 5000 Fachkräfte und 600 Akademiker fehlen, erklärte der Präsident der Offenbacher IHK, Alfred Clouth. „Der bevorstehende Fachkräftemangel, insbesondere in den nicht-akademischen Berufen, stellt die Betriebe vor große Herausforderungen.“ 2030 gibt es in Offenbach nach Einschätzung der IHK einen Mangel von mehr als 21.000 Fachkräften.

Der größte Mangel in Berufen der Unternehmensführung

Bis 2015 fehlen der Wirtschaft im IHK-Bezirk Frankfurt - also in der Stadt, dem Hochtaunus- und dem Main-Taunus-Kreis - durchschnittlich rund 70.000 Fachkräfte pro Jahr. Bis 2030 wird sich das Potenzial um rund neun Prozent im Vergleich zum Jahr 2015 verringern.

Der größte Mangel an kaufmännischen Fachkräften werde in Offenbach in Berufen der Unternehmensführung und -organisation sowie in den Einkaufs- und Vertriebsjobs bestehen, berichtete Clouth. Außerdem gebe es Probleme „bei den technischen Fachkräften im Bereich der Forschungs-, Entwicklungs-, Konstruktions- und Produktionssteuerungsberufe beziehungsweise in den Mathematik-, Biologie-, Chemie- und Physik-, Geologie-, Geografie- und Umweltschutzberufen“. Auch Erziehungsjobs, die Land-, Tier- und Forstwirtschaft sowie der Gartenbau und die Floristik seien betroffen.

Es fehlen Elektroingenieure

Rund ein Drittel der Unternehmen in Hessen berichte von Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen, teilte die Arbeitsgemeinschaft mit. Insbesondere bei den beratenden und wirtschaftsnahen Dienstleistungen fehlten Fachkräfte, beispielsweise für Tätigkeiten in der Verwaltung und Führung von Unternehmen - in diesen Branchen gebe es bis 2015 einen Mangel von mehr als 15.000 Fachkräften im Jahresdurchschnitt. Auch viele Unternehmen im produzierenden Gewerbe hätten Probleme bei der Stellenbesetzung. Dort fehlten vor allem Elektroingenieure und Ingenieure des Maschinen- und Fahrzeugbaus. „Heutzutage denken Fachkräfte nicht mehr in lokalen Kategorien“, erklärte Müller. „Es zeigt sich, dass der regionale Wettbewerb um kluge Köpfe zunehmend härter wird.“

Um den Mangel zu bekämpfen, seien zahlreiche Maßnahmen notwendig, die auch im Abschlussbericht der Fachkräftekommission des Landes Hessen zusammengefasst seien, erklärte Clouth. Dazu gehörten zum Beispiel die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und: Zu viele Jugendliche würden nach der zehnten Klasse weiter zur Schule gehen, sagte Friedrich Rixecker, bei der IHK Offenbach Geschäftsführer für den Bereich Aus- und Weiterbildung. Er sprach sich dafür aus, „ab der achten Klasse frühzeitig auf die guten Möglichkeiten einer Lehre hinzuweisen“.

Quelle: op-online.de

Kommentare