Läuft alles gut, ist Frankfurts neue Altstadt im Jahre 2017 fertig

Stadthaus öffnet 2015

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Das „Stadthaus am Markt“ ist das erste von insgesamt 36 Häusern mit historischem oder modernem Aussehen, die bis 2017 auf dem Areal der früheren Frankfurter Altstadt entstehen sollen. Hier ein Blick auf die Baustelle des Stadthauses.

Frankfurt - Noch klafft zwischen Kaiserdom und Römer eine riesige Lücke. In drei Jahren soll sie mit einem neuen Quartier geschlossen sein. Die Spuren vieler Jahrhunderte sollen aber sichtbar bleiben. Von Sabine Ränsch

Wie eine offene Wunde liegt die Baustelle auf Frankfurts geschichtsträchtigstem Platz zwischen dem Dom und dem Rathaus Römer: Zwei riesige Kräne und drei Dutzend Bauarbeiter sind nur die Vorhut für eines der größten Projekte der Stadt. Für knapp 170 Millionen Euro soll auf historischem Grund im Herzen der City ein neues Viertel entstehen. Als erstes wurde das „Stadthaus am Markt“ in Angriff genommen, der Rohbau ist fast fertig, im Herbst soll Richtfest sein. Für 2015 ist die Eröffnung geplant.

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In den nächsten vier Wochen werde die Genehmigung für den Bau der übrigen 35 Häuser erwartet, dann folge die Ausschreibung der Arbeiten, sagte Projektleiter Patrick Brummermann gestern. Baubeginn soll in wenigen Monaten sein: „Beton fließt im Herbst.“ 2017 solle alles fertig sein, sagte Michael Guntersdorf, Geschäftsführer der städtischen DomRömer GmbH. Dann steht auf dem Areal eine Mischung von ganz neu entworfenen und 15 nach historischem Vorbild rekonstruierten Häusern, die an die im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörte mittelalterliche Altstadt erinnern sollen. Alte Baupläne gibt es nicht, aber Fotos und Zeichnungen. Die Rekonstruktionen sollten sich am historischen Original orientieren, sagte Mark Gellert, Sprecher des Frankfurter Planungsdezernats. Rechtlich seien alle Häuser Neubauten.

Die Keimzelle Frankfurts

Das fünfteilige „Stadthaus“ am südlichen Rand des Baugebiets wird eine Begegnungsstätte mit Räumen für Veranstaltungen. Das Grundstück ist sehr speziell, denn genau dort liegt der „Archäologische Garten“ mit den Spuren, die Frankfurts Bewohner dort über viele Jahrhunderte hinterlassen haben. Die Stadt nennt den Platz „die Keimzelle von Frankfurt“ mit Mauerresten aus der Römerzeit, der karolingischen Kaiserpfalz aus dem 9. Jahrhundert und mittelalterlichen Bürgerhäusern.

Die historischen Mauern, die erst nach dem Krieg zu Tage traten, sollen wie in den vergangenen Jahrzehnten frei zugänglich sein. Während des Baus sind sie hinter Bretterverschlägen verschwunden. Der Versammlungssaal des „Stadthauses“ soll fünf bis sechs Meter darüber schweben.

Das Altstadtprojekt im Herzen der Frankfurter City mit Geschäften, Restaurants und Lokalen soll 169,4 Millionen Euro kosten. Die Stadt trägt davon etwa 100 Millionen Euro. Einem Bürgerbegehren der Initiative „Altstadt retten“, die mehr Rekonstruktionen will, werden in der Stadt eher geringe Chancen eingeräumt.

Das Interesse für die 50 Eigentumswohnungen sei groß, sagte Projektleiter Brummermann. Vom 35 Quadratmeter großen Appartement bis zur 190 Quadratmeter großen Wohnung über mehrere Etagen reicht das Spektrum. Die Preise liegen zwischen 5000 und 7000 Euro pro Quadratmeter. Der Verkauf soll im Herbst abgeschlossen sein. Mit 150 potenziellen Käufern seien Gespräche geführt worden. Wenn es mehr Käufer als Wohnungen gebe, werde ausgelost. dpa

Quelle: op-online.de

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