Partei-Ausschluss?

Stadtrat Michael Paris sorgt bei SPD für Ärger

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Michael Paris

Frankfurt - Weil er als unabhängiger Kandidat bei der Bundestagswahl antreten möchte, sorgt Stadtrat Michael Paris in der SPD Frankfurt für Ärger. Die Partei berät über ein Ausschlussverfahren.

Der Vorstand des SPD-Unterbezirks Frankfurt hat heute über einen Partei-Ausschluss von Michael Paris beraten. Der 58 Jahre alte ehrenamtliche Frankfurter Stadtrat hatte gestern angekündigt, als unabhängiger Kandidat bei der Bundestagswahl antreten zu wollen. Die Frankfurter Jusos reagierten empört und forderten den sofortigen Parteiausschluss von Paris. Der grüne Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour sagte: "Wer die Wiederwahl von Erika Steinbach (CDU) als Wahlkreisabgeordnete verhindern will, muss Grün wählen." Nouripour, Steinbach und Ulrike Nissen (SPD) treten im Wahlkreis 183 Frankfurt II an. SPD-Chef Mike Josef hatte gestern angekündigt, der Unterbezirksvorstand werde sich bei seiner Sitzung "mit der Kandidatur befassen und den schnellstmöglichen Ausschluss aus der SPD beantragen".

Der ehrenamtliche Frankfurter Stadtrat Michael Paris (58) will nach rund 40 Jahren in der SPD als unabhängiger Kandidat für den Bundestag antreten. Er begründete das gestern damit, "Frankfurt in der Bundesrepublik wieder ein Gesicht geben zu wollen". Paris, Geschäftsführer des Abenteuerspielplatzes Riederwald, war bei seiner parteiinternen Bewerbung für die SPD-Kandidatur im Landtagswahlkreis 38 gegen Jürgen Gasper unterlegen. Der Frankfurter Sozialdemokrat hatte parteiintern auch bei der Aufstellung des Kandidaten für die vergangene OB-Wahl verloren. Beim Mitgliedsentscheid votierten deutlich mehr Sozialdemokraten für den damals noch unbekannteren Peter Feldmann.

Peer Steinbrück und sein Wahlkampfteam

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Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel bedauert die Entscheidung von Michael Paris für eine unabhängige Bundestagskandidatur. "Ich kann nur zur Kenntnis nehmen, dass er sich für einen Weg außerhalb der SPD entschieden hat", sagte Schäfer-Gümbel heute in Wiesbaden. Er habe in den vergangenen Tagen mit Paris telefoniert, sagte er, ohne Details zu nennen. Die Frage eines Parteiausschlusses sei Sache derjenigen, die satzungsgemäß dafür zuständig seien.

(dpa)

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Quelle: op-online.de

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