Frankfurter Stadtwald

Milder Winter und viel Regen

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Kiefern, Eichen, Buchen - und allen geht es dank des milden Winters, des vielen Regens und diverser Maßnahmen zur Luftreinhaltung etwas besser.

Frankfurt - Die Mainmetropole hat einen erfreulichen Bericht über den Zustand des Stadtwaldes vorgelegt. Über alle Baumarten und Altersstufen hinweg sind noch 24 Prozent der Bäume gravierend geschädigt, ermittelte das Grünflächenamt.

Im Vorjahr waren es noch 41,3 Prozent. Auch im Langzeitvergleich hat sich der Stadtwald gut erholt. So zeigten sich bei den älteren Bäumen die geringsten Schäden seit 20 Jahren. Bezieht man auch Jungbäume mit ein, hat der Stadtwald das geringste Schadniveau seit zehn Jahren. Allerdings sind auch jetzt noch 62 Prozent (2013: 68 Prozent, 2008: 75 Prozent) der Bäume krank.

„Im Stadtwald machen sich Luftreinhaltung, Klimaschutz und gute Pflege bemerkbar“, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Seit 30 Jahren erfassen die Förster auf Probeflächen den Zustand gekennzeichneter Bäume. Damals, Mitte der 80er Jahre, sorgte vor allem Schwefeldioxid aus Kohlekraftwerken für das „Waldsterben“. Inzwischen kommt dieser Schadstoff kaum noch in der Luft vor. Neue Großkraftwerke in Großkrotzenburg und in Mainz wurden dank der Energiewende obsolet. Aber auch die Waldwirtschaft richtet sich stärker an ökologischen Kriterien aus. Beispielsweise wird heute mehr Holz von abgestorbenen Bäumen im Wald belassen - dies führt zu einer Verbesserung des Humusanteils in den Waldböden und stärkt so die Widerstandskraft der Bäume gegen Schädlinge. Vor allem die Eichenbestände haben sich 2014 weiter erholt. Auch die Kiefern haben den Trockenstress aus dem Jahr 2013 gut verkraftet, wieder viele Triebe entwickelt und Nadeln angesetzt. Die Buchen stecken dagegen derzeit die meiste Kraft in ihre Früchte. Dadurch seien die Blätter klein und würden früh abgeworfen, heißt es in der Waldanalyse.

Anfang des Jahres wurden Förster oft gefragt, wie der Wald einen Winter so ganz ohne Eis und Schnee verkraften würde. Der Waldzustandsbericht 2014 zeigt nun, dass der Stadtwald viel besser mit einem milden Winter zurechtkommt als mit langen Trockenperioden im Sommer. Der Blattaustrieb setzte zwei Wochen früher ein, dank der ergiebigen Regenfälle im August ist der Wald dennoch länger üppig grün.

Baumwipfelpfad im Nationalpark

Baumwipfelpfad im Nationalpark Bayerischer Wald

Der Stadtwald dient nicht nur als Wasserspeicher, Erholungsraum und Sauerstoffproduzent, er schützt die Innenstadt von Frankfurt wie eine grüne Wand auch vor warmen Südwinden. Ohne die Bäume wäre es hier im Sommer viel heißer.

mic

Quelle: op-online.de

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