Baubeginn für Städel-Erweiterung

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Damit die Gartenhallen im Erweiterungsbau des Städels einmal so aussehen wie auf dieser Animation, sind viele Millionen nötig.

Frankfurt - Die Gummitreter in der Signalfarbe Gelb sind das Erkennungszeichen für eine große Spendenkampagne , mit der nicht weniger als fünf Millionen Euro für die berühmte Gemäldesammlung des Städels zusammengetragen werden sollen. Von Christian Riethmüller

Zumindest an Gummistiefeln wird es nicht mangeln, wenn im September mit den Bauarbeiten für den Erweiterungsbau des Städel Museums in Frankfurt begonnen wird. Die Gummitreter in der Signalfarbe Gelb sind das Erkennungszeichen für eine große Spendenkampagne, mit der nicht weniger als fünf Millionen Euro für die berühmte Gemäldesammlung zusammengetragen werden sollen.

Der Spendenaufruf an die Bürger in Frankfurt und in der Region ist dabei nicht nur als groß angelegte Werbeaktion mit prominenter Unterstützung, etwa der Frankfurter Eintracht, gedacht, sondern soll tatsächlich helfen, eine Lücke bei der Finanzierung der Baukosten zu schließen.

Trakt wird unterirdisch errichtet

Rund 30 Millionen Euro wird der vom Frankfurter Architektenbüro Schneider + Schumacher geplante Erweiterungsbau kosten. Der Trakt wird unterirdisch im Garten zwischen dem Museum und der Städelschule errichtet. Fast 200 in den Rasen eingelassene Oberlichter lassen Tageslicht in die 3000 Quadratmeter großen Gartenhallen, in denen fortan der Sammlungsbereich der Kunst nach 1945 präsentiert werden soll. Weitere zehn Millionen Euro sind für die Sanierung des 1876 errichteten Altbaus nötig, bei dem unter anderem der Brandschutz verbessert werden muss.

Die Millionen sollen auch über den Verkauf von gelben Gummistiefeln eingespielt werden, die Städel-Direktor Max Hollein hier präsentiert.

Wie Nikolaus Schweikart, Vorsitzender der Administration des Städel Museums, gestern in Frankfurt mitteilte, sind bisher 80 Prozent der Baukosten in Höhe von insgesamt 40 Millionen Euro gedeckt. So steuert etwa die Gemeinnützige Hertie-Stiftung sieben Millionen Euro bei, das Bankhaus B. Metzler und die Familie Metzler fördern das Projekt mit drei Millionen Euro. Die Stadt Frankfurt hat in ihrem Haushalt fünf Millionen Euro für den Erweiterungsbau und acht Millionen Euro für die Sanierung des Altbaus vorgesehen. Hinzu kommen weitere fünf Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm des Bundes und, als erster Beitrag aus der Rhein-Main-Region, insgesamt vier Millionen Euro von der Stadt Eschborn.

Während der Bauarbeiten, die Mitte 2011 abgeschlossen sein sollen, wird das Städel weiterhin geöffnet sein, allerdings in der Zeit von März 2010 bis Mai 2011 nur noch den benachbarten Peichl-Bau als Ausstellungshaus nutzen und daher nur einen Bruchteil seiner Sammlung zeigen können. Etliche Meisterwerke der Städel-Sammlung werden in dieser Zeit auf Ausstellungstournee ins Ausland geschickt. Beste Gelegenheit, das Städel noch einmal in seiner ganzen Pracht zu bewundern, ist daher am Sonntag, 6. September, wenn von 10 bis 20 Uhr das große Spatenstichfest um das Museum herum gefeiert wird. Es soll sogar Gummistiefel geben.

Quelle: op-online.de

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