Städte und Privatleute im Visier

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Krankenkassen und Berufsgenossenschaften prüfen Regressforderungen gegen Kommunen und Privatleute. Es geht um Behandlungskosten für Glätteunfälle von Fußgängern.

Offenbach ‐ Krankenkassen und Berufsgenossenschaften prüfen Regressforderungen gegen Kommunen und Privatleute. Es geht um Behandlungskosten für Glätteunfälle von Fußgängern. Von Ralf Enders

Rüdiger Scharf, Sprecher der DAK, verweist darauf, dass Krankenkassen solche Regressforderungen freilich generell prüfen; in diesem Winter seien es eben besonders viele. Die Schuldfrage sei jedoch oft schwer festzustellen. Die DAK prüfe deshalb nicht bei Prellungen oder Gipsarmen, sondern erst bei Oberschenkelhalsbrüchen oder Operationsfällen. Derzeit gebe es 25 Prozent mehr Unfallmeldungen als sonst.

Auch die Sprecherin der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen, Denise Jacoby, betont, dass ihre Kasse solchen Fällen immer nachgehe, schließlich gehe es um Gelder der Versicherten. Es gelte wie bei jeder Unfallmeldung zu prüfen, ob die Kasse als Kostenträger ausscheidet. Die Versicherten erhalten hierzu einen Fragebogen, auf dem ein eventuelles Fremdverschulden vermerkt werden soll.

Der TK zufolge kosten die Behandlungen der Stürze die Kasse allein in Niedersachsen sechs Millionen Euro mehr als in einem durchschnittlichen Winter. Besonders häufig seien Fuß-, Knie-, Schulter- und Armverletzungen. Für Hessen liegen keine entsprechenden Zahlen vor, wie Jacoby berichtete.

Zahlreiche Städte stehen derzeit in der Kritik, sie würden ihrer Räum- und Streupflicht nicht genügend nachkommen. Hauseigentümer und Mieter haben in der Regel von 7 bis 21 Uhr dafür sorgen, dass die Gehwege vor dem Haus sicher zu benutzen sind. Hauseigentümer müssen zudem dafür sorgen, dass niemand durch Dachlawinen oder herabfallende Eiszapfen zu Schaden kommt. Kassen fordern Geld bei Verletzung der Räumpflicht

Quelle: op-online.de

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