Nach zahlreichen Bürgerbeschwerden

Städte wehren sich gegen aggressive Bettler und laute Straßenmusiker

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Frankfurt - Nicht nur in Frankfurts Innenstadt sorgen sie für Klagen von Passanten: Bettler, Taschendiebe und laute Straßenmusiker. Nun geht die Stadt gezielt dagegen vor. Auch andere Städten Hessens suchen nach Lösungen für das Problem und verschärfen die Regeln.

Frankfurt wehrt sich gegen aggressives Betteln und lautstarke Musik in der Innenstadt. Zahlreiche Bürgerbeschwerden hätten die Stadt schon wegen der Belästigungen erreicht, sagte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Mehr Polizei auf den Straßen, auch in Zivil, soll Abhilfe schaffen. In der Vorweihnachtszeit seien neben verkleideten Künstlern und Versehrten, die Besucher in der Stadt um Geld anbetteln, auch vermehrt Taschendiebe unterwegs. Frank rät Besuchern der Innenstadt davon ab, Bettlern Geld zu geben. Sie seien oftmals in Clans organisiert, müssten einen Großteil der Beträge abgeben. Ihnen selbst bleibe kaum etwas von dem Geld. Bürger, die sich gestört oder belästigt fühlten, könnten das Ordnungsamt über eine Telefon-Hotline einschalten.

Auch andere Städte in Hessen haben eine Zunahme von Bettlern festgestellt. Die Stadt Darmstadt habe die amtsbekannte Szene im Blick, sagt Ordnungsdezernent Rafael Reißer (CDU). "Wir stellen aber auch fest, dass immer wieder Bandenstrukturen auftauchen", sagt er. Die Stadt gehe aber schnell gegen diese vor. In Fulda sei die Zahl der Bettler in den vergangenen zwei Jahren stark gewachsen, sagt ein Sprecher der Stadt. Anzeichen, dass organisierte Banden dahinter stecken, gebe es aber nicht. Ähnlich schildert es Peter Weigand, Leiter des Offenbacher Ordnungsamts. Gegen friedliches Betteln sei nichts einzuwenden, sobald es in Richtung Nötigung geht, schreite die Stadtpolizei ein.

Ingo Happel-Emrich zeichnet für das vorweihnachtliche Kassel ein ganz anderes Bild: "Im Stadtgebiet sind derzeit weniger Bettler anzutreffen als im Laufe des gesamten Jahres", sagt der Sprecher der Stadt. Bürgerbeschwerden gebe es nicht. Die Stadt Frankfurt geht künftig auch verstärkt gegen Straßenmusiker vor. Wie Ordnungsdezernent Frank sagt, werde die Stadt häufiger kontrollieren und messen, ob die Musikanten die Lärmgrenzen einhalten. Wiesbaden hat Auftrittsorte und -dauer auf den Straßen der Stadt reglementiert. Die Stadt will die Anordnungen im nächsten Jahr verschärfen. Michael Zollmann, Leiter der Straßenverkehrsbehörde, sagt: "Die Zahl der Darsteller nimmt zu, die Qualität ab."

Eindrucksvolle Bilder der Frankfurter Skyline

Zurzeit dürften Künstler höchstens eine halbe Stunde am gleichen Platz spielen, danach müssten sie sich einen neuen Ort außer Hörweite suchen. Gänzlich verboten ist der Einsatz von elektronischen Verstärkern. Die Stadt denke derzeit darüber nach, amtliche Tagesgenehmigungen einzuführen und das öffentliche Musizieren nur zu bestimmten Tageszeiten zu gestatten, so Zollmann. In Darmstadt gelten bereits seit diesem Jahr strikte Regeln für Straßenmusiker. Täglich dürfen danach höchstens fünf Künstler in der Innenstadt spielen. Die Genehmigung kostet fünf Euro. "Das kommt sehr gut an", sagt Ordnungsdezernent Reißer.

dpa

Quelle: op-online.de

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