Stärker mit der Basis reden

Peter Beuth

Wiesbaden - Im Karneval ist Peter Beuth als Protokoller des Taunussteiner Vereins „Die Gockel“ aktiv, und als solchem fiele ihm wahrscheinlich einiges ein zum Parteitag der CDU am vergangenen Samstag in Marburg. Doch die Session ist vorbei und als Generalsekretär der CDU, der er seit Samstag ist, musste der 41-Jährige sich gestern ernsten Fragen stellen.

Etwa zum Verhalten einer aufmuckenden Basis, die Kandidaten der Parteiführung für die Europawahl mit Pauken und Trompeten durchfallen ließ.

Nicht so allerdings den Generalssekretär, der vor einigen Wochen „zwischen 15 und 25 Sekunden“ überlegte, ob er das Angebot von Parteichef Roland Koch annehmen sollte. Und der nach intensiver Werbung Kochs 93,2 Prozent Zustimmung erhielt.

Doch Beuth ist lange genug in der CDU - seit 1983 - um zu wissen, dass jetzt nicht solche Zustimmungszahlen das Besondere sind in der Hessen-Union, sondern eben der Widerstand gegen die Europaliste. Einen „nicht gewöhnlichen Vorgang“ nennt er das, hütet sich aber, Ursachen zu personalisieren, schon gar nicht in Richtung Koch. Nein, Peter Beuth ist sogar stolz auf seine Partei, die diszipliniert und sachlich diskutiert habe, um zu eindeutigen Ergebnissen zu kommen.

Ursachenforschung dürfte die Partei dann wohl am Donnerstag und Freitag betreiben, wenn Fraktion und Landesvorstand zur Klausur nach Seeheim entschwinden.

Peter Beuth indes, nicht nur auf landes-, sondern auch auf kommunalpolitischer Ebene in seiner Heimat Rhein-Taunus-Kreis aktiv, hat die Zeichen der Zeit offenbar erkannt. Er will das Gespräch mit der Basis stärker suchen, „als es bisher der Fall“ war, will sicherstellen „dass alle Stimmen gehört werden.“

Am Ende soll stehen, was schon immer am Ende stand: Eine geschlossene CDU, die eine Mehrheitsmeinung nach außen vertritt. Dass das, was im Grunde jeder General einer Partei anstrebt, bei der CDU von dieser selbst als „Kampfverband“ tituliert wird, ist nach Meinung Beuths „immer ein bisschen negativ belegt.“

„Kampfbereit“ ist ihm lieber, denn das ist die Voraussetzung für die Aufgaben, die ihm jetzt bevorstehen: die Europawahl im Juni und die Bundestagswahl im September. Bis dahin ist der General sicher, „dass wir Stückchen für Stückcken auch wieder einstimmig werden.“

Quelle: op-online.de

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