Al-Wazir sieht sich durch Studie bestätigt

Zug statt Flug: Minister setzt auf die Bahn

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Wiesbaden - Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) begrüßt die Forderung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Kurzstreckenflüge zu streichen und diese Reisen auf die Schiene zu verlagern.

Langfristig könnten so laut einer Studie pro Jahr 9,5 Millionen Passagiere mehr mit der Bahn fahren. „Die Untersuchung zeigt das hohe Entlastungspotenzial des Hochgeschwindigkeitsverkehrs, zumal die großen deutschen Flughäfen - insbesondere Frankfurt - gut an die Schiene angebunden sind“, sagte der Minister. Nun sei die Bahn gefragt: „Taktung und Reisezeiten müssen stimmen, um die Reisenden zu überzeugen.“

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Der Minister sprach sich dafür aus, das bestehende AirRail-Konzept für Zubringerverbindungen auf der Schiene auszudehnen: „Wir führen in dieser Frage kontinuierliche Gespräche mit den wichtigen Akteuren, mit der Lufthansa, der Bahn und insbesondere mit den großen Unternehmen, die viele Geschäftsreisen organisieren“, teilte Al-Wazir mit. Denn der Schlüssel, dass zum Beispiel weniger von Stuttgart nach Frankfurt geflogen werde, liege auch bei den Reisestellen der Daimler Benz AG und anderer Firmen rund um Stuttgart. „Die vom BUND vorgestellte Studie werden wir dabei mit einfließen lassen“, sagte der Minister.

Al-Wazir forderte einen raschen Ausbau der Bahn-Infrastruktur. „Das Schienennetz im Knoten Frankfurt und seinen Zulaufstrecken ist so überlastet, dass neue und attraktive Angebote kaum möglich sind.“ Er wies darauf hin, dass Hessen die Neubaustrecke Frankfurt - Mannheim und die Neu-/Ausbaustrecke Frankfurt - Fulda für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet hat: „Bei der Bewertung der Projekte muss die Bundesregierung auch das Verlagerungspotenzial berücksichtigen.“

cz

Quelle: op-online.de

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