Staudinger-Debatte

Gasmeiler zu schwach als Ersatz

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Darmstadt/Großkrotzenburg - So leicht kommt die Landespolitik nicht um die Staudinger-Debatte herum.

Im Nachrichtensender hr-info hat der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, das Darmstädter Gaskraftwerk des Energieversorgers HSE als Ersatz für Staudinger 1 im Falle von Versorgungsengpässen abgelehnt. Vor wenigen Tagen schien diese Lösung noch geeignet, das umstrittene Wiederanfahren des bereits stillgelegten Blocks 1 bei Großkrotzenburg zu verhindern. HSE teilte der Bundesnetzagentur mit, man sei in der Lage, temporäre Versorgungsengpässe beim Ökostrom mit dem modernen Gasmeiler auszugleichen. Das HSE-Kraftwerk kann binnen Minuten hochgefahren werden, Eine Rolle als Lückenbüßer würde zudem die neue Anlage, die wegen des Vorranges der erneuerbaren Energien nicht wirtschaftlich zu betreiben ist, aus den roten Zahlen bringen.

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Jetzt aber gab die Netzagentur erneut Staudinger den Vorrang. Grund: Die Darmstädter Anlage kann mit ihren 96 Megawatt den Ausfall von Block 1 mit 250 Megawatt nicht ausgleichen. Das strukturelle Defizit mit Risiken für die Stromversorgung bestehe ohne Staudinger 1 weiter, so Homann. Damit gärt auch der Streit zwischen SPD und Grünen und der Landesregierung weiter. Auch CDU-Umweltministerin Lucia Puttrich hatte ursprünglich für das Aus des Großkrotzenburger Meilers 1 plädiert.

mic

Quelle: op-online.de

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