48-Jähriger tötet zwei Kontrahenten

Auf Sterbende vor Gericht eingestochen

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Frankfurt - Im Prozess um die tödlichen Schüsse und Messerstiche vor dem Frankfurter Gerichtsgebäude wird kommenden Montag das Urteil erwartet. Der 48 Jahre alte Angeklagte hat zum Prozessauftakt im vorigen Dezember die Bluttat gestanden, bei der er zwei Männer getötet hatte.

Seit fünf Monaten verhandelt die Schwurgerichtskammer den Fall und muss nun entscheiden, ob der 48-Jährige wegen Doppelmordes eine lebenslange Haft verbüßen muss oder wegen zweifachen Totschlags verurteilt wird. Der Angeklagte hatte im Januar 2014 die beiden Männer niedergeschossen, die sich wegen des gewaltsamen Todes seines Bruders vor Gericht verantworten mussten. Die beiden waren dafür in erster Instanz freigesprochen worden. Weil der Bundesgerichtshof dieses Urteil jedoch kassiert hatte, musste der Prozess erneut aufgerollt werden. Als die beiden Männer deshalb das Gerichtsgebäude betreten wollten, eröffnete der heute 48-Jährige laut Anklage das Feuer auf sie und stach anschließend auf die sterbenden Männer ein.

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Er habe nicht aus Rache, sondern aus Angst auf die beiden Männer geschossen, hatte der 48-Jährige zu Prozessbeginn erklärt. Wie sein Verteidiger sagte, liegen keine Mordmerkmale vor. Deshalb sei sein Mandant wegen zweifachen Totschlags und nicht wegen Mordes zu verurteilen. Die Staatsanwaltschaft indes sprach von einem „Akt der Selbstjustiz“. Die Forderung: Lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, die eine Haftentlassung nach 15 Jahren ausschließen würde.

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dpa

Quelle: op-online.de

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