Urteil am Landgericht Frankfurt

Steuerhinterziehung in Millionenhöhe: Haftstrafe für „Strohmann“

Frankfurt - Weil er sich in einer betrügerischen "Umsatzsteuerkette" als Scheingeschäftsführer eines Unternehmens zur Verfügung gestellt hat, ist ein 41 Jahre alter Mann am Montag vom Landgericht Frankfurt zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Die Wirtschaftsstrafkammer ging nach dem Geständnis des Mannes davon aus, dass er mit unterlassenen Umsatzsteuererklärungen zu einem Steuerschaden in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro beigetragen hat. Von diesem Geld erhielt er jedoch keinen Cent - Nutznießer waren laut Urteil allein die derzeit noch unbekannten Hinterleute und Drahtzieher. Nach finanziellen Problemen hatte sich der Mann laut Gericht im Sommer 2009 in Großbritannien dafür anwerben lassen, in Deutschland "auf dem Papier" eine Firma zu gründen und sich als deren Geschäftsführer eintragen zu lassen, obwohl ihm noch nicht einmal der Geschäftszweck des Unternehmens mitgeteilt wurde.

Die Firma hatte allein die Aufgabe, Rechnungen über den millionenschweren Handel mit Mobiltelefonen abzuwickeln. Dabei bekam der Angeklagte niemals auch nur ein einziges dieser Geräte zu Gesicht. Obwohl er erkennbar ein "Strohmann" gewesen sei, müsse er für die Versäumnisse des Unternehmens bei der Voranmeldung der Umsatzsteuer haftbar gemacht werden, hieß es im Urteil.

Bilder: Auftakt im S&K-Betrugsprozess

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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