Stickoxid: Messung in Rhein-Main

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Gemessen wird in Mainz, Wiesbaden und Frankfurt.

Frankfurt - Greenpeace will in dieser Woche auch im Rhein-Main-Gebiet eigene Messungen der Stickstoffdioxid-Konzentration unternehmen. Ziel sei es, das Ausmaß der Belastungen auch abseits der offiziellen Messstationen zu zeigen, teilte Greenpeace mit.

Geplant seien keine Dauermessungen, sondern „Momentaufnahmen“, so ein Sprecher. Vorgesehen sind morgen Messungen in Frankfurt, am Mittwoch in Wiesbaden und Mainz. Hauptursache für die Stickstoffdioxid-Konzentration sind Autoabgase, insbesondere von Dieselfahrzeugen. Stickstoffdioxid reizt die Atemwege und kann die Lungenfunktion schädigen.

Seit Jahren werden in deutschen Städten die EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid überschritten. Darmstadt gehört nach Angaben des Umweltbundesamts zu den elf am höchsten belasteten Städten. An der Messstation Hügelstraße wurde 2015 der höchste Jahresmittelwert in Hessen gemessen - er lag bei 61 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Auch an acht anderen verkehrsreichen Luftmessstationen in Hessen wurde der Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid je Kubikmeter Luft im Jahresmittel überschritten - etwa in Frankfurt, Kassel, Offenbach, Gießen, Fulda, Marburg und Wiesbaden. Seit Februar misst Greenpeace mit Experten der Universität Heidelberg Stickoxid-Konzentrationen in deutschen Innenstädten, bislang in Nordrhein-Westfalen und Bayern

35.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich aufgrund der Belastung durch Feinstaub und Ozon, wie eine im Magazin „Nature“ publizierte Untersuchung ergab. Ähnliche Zahlen gebe es für Stickoxide nicht, so Prof. Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut für Chemie an der Uni Mainz, der Autor der Studie. Doch Experten wissen um die Gefahren. Laut WHO können die Stoffe möglicherweise Krebs erregen.

dpa/psh

Quelle: op-online.de

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