Flashmob: Anwalt zeigt Tänzer an

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Protest gegen das Feiertagsgesetz: Tanzende Menschen vor dem Römer

Frankfurt (dsc) - Die öffentliche Diskussion zum Tanzverbot an den Osterfeiertagen hat juristische Konsequenzen. Ein Anwalt aus Frankfurt hat nun grüne Politiker angezeigt.

Weil sich die kroatische Gemeinde Frankfurt am Karfreitag bei ihrer Prozession in ihrer Religionsausübung gestört fühlte, hat nun der der Frankfurter Rechtsanwalt Tomislav Cunovic gegen die Grünen-Landtagsabgeordnete Sarah Sorge sowie die beiden Vorsitzenden der Grünen Jugend Hessen, Ouasima Chami und Benjamin Weiß, Strafanzeige erstattet. Der Anwalt klagt wegen der Beschimpfung von Bekenntnissen und der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener.

Die Jugendorganisation der Grünen hatte am Karfreitag einen sogenannten Flashmob gegen das im Feiertagsgesetz geregelte Tanzverbot an Karfreitag vorangetrieben. Der stille Protest fand auf dem Römerberg in Frankfurt statt, wo am selben Tag auch die Prozession der Glaubensgemeinde abgehalten wurde.

Bilder vom Flashmob-Protest

Flashmob als stiller Protest gegen Tanzverbot

Als die Gruppen zusammenstießen, wurden die Kirchgänger laut Cunovic vom Mob ausgepfiffen und beleidigt. Ousima Chami sagte auf Anfrage unserer Zeitung, dass sie die Vorwürfe bisher selbst nur aus Medienberichten kenne und führte aus: „Ich persönlich habe dergleichen nicht mitbekommen. Sollte so etwas aber passiert sein, war das natürlich nicht in unserem Sinne.“

Die Grünen missbilligten die Missachtung der Religionsfreiheit aufs Schärfste, ergänzte die junge Politikerin. „Wir sind genau dafür auf den Römerberg gegangen, weil wir für die Freiheit sind, Religion auszuüben oder eben es auch nicht zu tun.“

Das Tanzverbot im Feiertagsgesetz soll Gläubige an Feiertagen bei der Ausübung ihrer Religion schützen. Dass nun ausgerechnet eine Ankündigung von Ordnungsdezernent Volker Stein - das Tanzverbot „offensiv“ durchsetzen zu wollen - den Protest und damit auch die angeblichen Störungen bei der Prozession auslöste, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Quelle: op-online.de

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