„Aufklärungsgespräche“ auf dem Straßenstrich

Frankfurt/Main - Vor der Internationalen Automobilausstellung (IAA) wollte die Stadt Frankfurt den Straßenstrich am Messegelände zurechtstutzen - nun, eine Woche danach, habe sich die Lage „deutlich entspannt“, wie Dezernent Markus Frank sagt.

„Die ausufernden Zustände sind beendet.“ Die Zahl der Prostituierten habe mindestens halbiert werden können.

Stadt- und Landespolizei hätten auf der Strecke beim Messeparkplatz „verstärkte Präsenz“ gezeigt. Sie hätten mit den Frauen vor allem „Aufklärungsgespräche“ geführt: Wo sie stehen dürfen und wo nicht, was sie tun dürfen und was nicht. Die Beschwerden aus den benachbarten Wohnsiedlungen seien deutlich zurückgegangen. Anwohner hatten sich beklagt, dass die Prostituierten ihren Geschäften in Straßen und Wohnungen der Siedlung nachgingen. Die Zahl der Prostituierten war Frank zufolge stark angewachsen. Als einer der Gründe wurde die verstärkte Nachfrage während der IAA genannt. Bis zu 40 junge Mädchen hätten in der Vorwoche an manchen Abenden auf der Theodor-Heuss-Allee gestanden. Die Straße ist einen knappen Kilometer lang als „Toleranzzone“ für Straßenprostitution ausgewiesen.

Die Aids-Hilfe Frankfurt hält es für falsch, „der Prostitution mit ordnungspolitischen Maßnahmen zu Leibe zu rücken“. „Statt zu überlegen, wie man diese Form der Prostitution verdrängen und vertreiben kann, müsste der Politik daran gelegen sein, eine Infrastruktur zu schaffen, in der Frauen (und auch Männer), die auf der Straße anschaffen gehen, ohne Gefahren für Gesundheit und körperliche Unversehrtheit, idealerweise ohne Zuhälterei und Menschenhandel, ihrem Gewerbe nachgehen können.“

dpa

Quelle: op-online.de

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