Straßenstrich sorgt für Unmut

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Immer mehr Prostituierte drängen sich in der Nähe der Messe.

Frankfurt - Vor Beginn der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) am 15. September will die Stadt Frankfurt den ausufernden Straßenstrich in der Nähe der Messe zurückstutzen.

Seit einigen Monaten drängten sich immer mehr Frauen auf den Nebenspuren der Theodor-Heuss-Allee, berichtete der Frankfurter Stadtrat Markus Frank (CDU) am Freitag zu nächtlicher Stunde in einem Hotel in der Nähe jener Straße. Seit Mai sei die Zahl der Prostituierten dort stark angewachsen, berichtete Frank. Bis zu 40 junge Mädchen stünden an manchen Abenden auf der Straße.

Der Strich neben der Messe ist nicht neu. Seit den 1980er Jahren sind in einer „Sperrgebietsverordnung“ einige hundert Meter der Allee als „Toleranzzone“ ausgewiesen. Ebenfalls nicht neu ist die Beobachtung der Stadtpolizei, dass sich während großer Messen stets mehr Prostituierte in der Stadt aufhalten.

Neu aber ist, dass der Strich Probleme macht: Die Damen sind den Angaben nach auch außerhalb der zugelassenen Meile aktiv und verstoßen damit gegen Auflagen. Sie stehen mitten auf der Straße und gefährden so den Verkehr, dirigieren die Autos ihrer Freier in Nebenstraßen und sorgen dort für Unmut bei den Bewohnern. Sie werben aggressiv um Kunden, indem sie ihre Dienste in spärlichster Bekleidung anbieten. Und in gemieteten Wohnungen tragen sie die Prostitution in die umliegenden Wohngebiete.

Die wachsende Zahl der überwiegend aus Rumänien und Bulgarien stammenden Mädchen erklärt der Stadtrat mit „Verdrängung“. Andere Städte hätten zum Teil drastische Maßnahmen ergriffen, um die Zahl der Prostituierten zu reduzieren. Die Zuhälter der Frauen suchten sich daher neue Standorte. Nun gelte es, Frankfurt „für dieses Gewerbe unattraktiver zu machen“. Stadt- und Landespolizei würden dazu in den nächsten Tagen „geeignete Maßnahmen ergreifen“. Welche das seien, könne man aus taktischen Gründen aber nicht sagen.

Ein Steuerautomat, an dem Huren ein Ticket ziehen müssen, wie er jüngst in Bonn aufgestellt wurde, ist aber nicht in Planung. Frank findet das nicht zielführend und „eher zum Schmunzeln“.

dpa

Quelle: op-online.de

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