Das Streben nach Erfolg

Offenbach (rose) ‐ Immer noch wird Glücksspielsucht in der Öffentlichkeit belächelt. „Wir wollen mit Passanten ins Gespräch kommen.

Sie bei Fragen zur Glücksspielsucht beraten und aufklären“, sagt Barbara Hanelt-Thomas, Fachberaterin für den Bereich „Pathologisches Glücksspiel“ des Offenbacher Suchthilfezentrums Wildhof. Und so veranstaltet das Suchthilfezentrum gemeinsam mit der Hessischen Landeszentrale für Suchtfragen am heutigen Dienstag von 11 bis 15 Uhr einen Aktionstag zur „Glücksspielsucht in Offenbach“. Treffpunkt ist vor dem Gebäude des City Centers, Berliner Straße 50-52.

Weitere Informationen: Suchthilfezentrum Wildhof, Löwenstraße 4-8, Offenbach, Tel.: 069/98195311; Offenthaler Straße 75, Dietzenbach, Tel.: 06074/6949617, Internetseite

Selbsthilfegruppe Hanau Spieler und Angehörige, Tel.: 0170/6041145, Internetseite.

In Hessen gelten zwischen 8000 und 22.000 Menschen als glücksspielabhängig. Die Spieler sind im Schnitt zwischen 20 und 45 Jahren alt und männlich. 20 Prozent davon leiden auch an anderen Suchterkrankungen. Seit 2008 gibt es bundesweit spezielle Beratungsangebote. Rund 100 „Glücksspielsüchtige“ suchten 2009 die Suchthilfezentren Wildhof in Offenbach und Dietzenbach auf. Seit 2001 gilt „Glücksspielsucht“ als behandlungsbedürftige Krankheit und wird durch die Krankenkassen anerkannt. Es gäbe zwei Einstiegsgründe. „Viele der jungen Spielsüchtigen sehen beruflich keine Perspektive. Sie streben danach, schnell zu viel Geld zu kommen. Sie wollen in unserer erfolgsorientierten Gesellschaft dazugehören“, so Hanelt-Thomas. Gleichzeitig gäbe es immer mehr Spielhöllen. Der zweite Einstiegsgrund sind persönliche Gründe. „Das monotone Spiel am Automaten hilft den Süchtigen von ihren Problemen abzuschalten“, erklärt die Expertin. Die Suchtkranken suchten erst Hilfe auf, wenn die Familie Druck ausübe. Die ambulante Behandlung dauert 18 Monate, die stationäre drei Monate.

Quelle: op-online.de

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