Streik am Flughafen kostet viele Nerven

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Auf Liegestühlen ruhen sich die gestrandeten Passagiere am Frankfurter Flughafen aus.

Frankfurt - Die Folgen des Streiks am Flughafen sind nicht nur weinende Kinder. Die Passagiere müssen auch mit vielen Umbuchungen, Verspätungen und Hektik rechnen.

Dutzende Reisende warten vor den Lufthansa-Schaltern in Halle B des Frankfurter Flughafens. Das befürchtete Chaos ist ausgeblieben, dafür steht nun das große Umbuchen an. „Eine Buchungsnummer? Ihre Kollegin hat gesagt, dass wir früher fliegen müssen und uns hierher geschickt“, klagt Leslie Brown. Die 44-Jährige will mit ihrer Familie nach Rom, doch ihr Flug wurde gestrichen. Genervt diskutiert sie am Freitagmorgen mit einer Lufthansa-Mitarbeiterin, wie sie zu ihren neuen Tickets kommt. „Ich musste schon um 6 Uhr aufstehen. Das war blöde, genau wie an Schultagen“, mosert ihre acht Jahre alte Tochter Gracie. „Wir bekamen gestern einen Anruf, dass wir zwei Stunden früher am Flughafen sein sollen“, erklärt Mama Leslie.

Familien verschwinden aus Computersystem

Nun könne die Fluggesellschaft die Familie aber nicht in ihrem System finden. „Ich freue mich aber auf die Sonne“, sagt Gracie trotzig. Drei Tage in Rom habe ihre Mutter versprochen. Am zweiten Tag des Streiks von rund 200 Mitarbeitern auf dem Vorfeld waren am Morgen bereits 280 Flüge gestrichen worden. 1082 Starts- und Landungen waren eigentlich für die Zeit zwischen 8 und 22 Uhr geplant, doch der Streik macht Reisenden und Fluggesellschaften einen Strich durch die Rechnung. Für viele Passagiere heißt das: Umbuchen. Vor allem Reisende mit Zielen in Deutschland oder anderen Städten in Europa sind betroffen.

Hastig zieht Joao Almeida seinen schwarzen Metallkoffer hinter sich her. „Ich muss ganz dringend zu einem Vorstellungsgespräch“, sagt der 25 Jahre alte Ingenieur. Er sei am Morgen in Porto aufgebrochen - allerdings hatte sein Flug schon dort zwei Stunden Verspätung. Sein grauer Anzug hat Knitterfalten abbekommen, die Krawatte sitzt auch nicht mehr richtig. „Bei der Firma habe ich eben angerufen, und sie meinten, die zwei Stunden sind kein Problem“, betont er. Trotzdem wirkt er angespannt und hastet weiter zu seinem Zug.

Mitareiter versuchen Passagiere schnell zu ihren Zielen zu bringen

Überall im Terminal stehen Mitarbeiter des Betreibers Fraport mit neongelben Warnwesten. Sie versuchen, die Passagiere möglichst schnell zu ihren Zielen zu bringen - in den Hallen sollen die Leute nicht zu lange rumstehen. „Früh morgens war viel los, aber mittlerweile hat es sich beruhigt“, sagt Fraport-Mitarbeiterin Nathalie Kaiser. In Halle B seien extra für diesen Tag alle Lufthansa-Schalter nur für Umbuchungen reserviert.

dpa

Quelle: op-online.de

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