Streit um Imam eskaliert

Frankfurt/Wiesbaden ‐ Die Diskussion um den umstrittenen Imam der Frankfurter Fatima Zehra Moschee reißt nicht ab. Frankfurts Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg verlangte am Freitag „klare Konsequenzen“ von der Gemeinde, da die Antisemitismus-Vorwürfe gegen den muslimischen Geistlichen Sabahattin Türkyilmaz nicht ausgeräumt worden seien.

Solche Schritte seien „überfällig“, erklärte die Grünen-Politikerin mit Blick auf Äußerungen des Imams in Predigten, in denen er das Existenzrecht Israels infrage gestellt habe.

Der hessische Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) schaltete sich am Freitag ebenfalls ein und forderte Türkyilmaz und den Hazrat- Fatima-Generalsekretär Ünal Kaymakçi auf, zu den Vorwürfen klar Stellung zu beziehen. Er erwarte ein klares Bekenntnis zu den in der Verfassung verankerten Grundwerten und Rechten. Dies gelte auch für die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Wenn Verantwortliche in den islamischen Gemeinden mit dem Staat zusammenarbeiten wollten, müssten sie auch deutlich machen, dass auch nicht verschleierte Frauen gerne bei ihnen gesehen würden. Kaymakçi ist am „Runden Tisch“ der Landesregierung beteiligt, bei dem es um die Einführung des islamischen Religionsunterrichts an den hessischen Schulen geht.

Für eine abschließende Beurteilung, ob der Hazrat-Fatima-Generalsekretär weiterhin am Runden Tisch mitarbeiten könne, sei es noch zu früh, erklärte Hahn. Das Ministerium werde für die weitere Zusammenarbeit „sehr strenge“ Maßstäbe anlegen, hieß es.

Verein baut ein Haus im Franfkurter Stadtteil Hausen

Die Vorwürfe gegen den Imam waren in einem Bericht des hr-Fernsehens laut geworden. Der Trägerverein der Moschee hatte die Vorwürfe anschließend als „Hasskampagne“ zurückgewiesen. Am Freitag kündigte Kaymakçi an, dass die Moschee am Dienstag zu den Vorwürfen gegen den Imam ausführlich Stellung nehmen werde.

Das Frankfurter Integrationsdezernat hatte erklärt, dass Türkyilmaz nicht mehr an Fortbildungskursen der Stadt teilnehmen könne. In Frankfurt werden seit Anfang des Jahres erstmals muslimische Seelsorger auf freiwilliger Basis weitergebildet. Die 25 Imame unterschiedlichster Herkunft sollen sich sechs Monate lang mit Fragen wie „Grundgesetz und Menschenrecht“ oder „Politik und Gesellschaft in Deutschland“ beschäftigen.

Der Verein der Fatima-Zehra-Moschee baut seit vergangenem Sommer ein Haus im Frankfurter Stadtteil Hausen. Gegen das drei Millionen Euro teure Projekt hatte es erheblichen Widerstand aus der rechten Szene und auch aus dem Stadtteil gegeben.

dpa

Quelle: op-online.de

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