Streit um die Erbschaft – das muss nicht sein

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Eine Beratung beim Rechtsanwalt oder das Einschalten eines Notars helfen Ihnen dabei, Ihre Erbschaft eindeutig zu regeln.

Wenn es ums Erbe geht, hängt in vielen Familien plötzlich der Haussegen schief. Dabei lassen sich Streitigkeiten um die Erbschaft mit etwas Weitsicht und guter Vorbereitung vermeiden. Was Sie genau tun können, lesen Sie hier.

Erbschaft, ein häufiger Grund für Familienstreitigkeiten

„In der Regel sind Erbstreitereien unter Geschwistern wesentlich brutaler als Scheidungsdramen“, sagt der Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht, Klaus Michael Groll, gegenüber dem Magazin „Psychologie heute“. Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle. Fast jeder hat einen solchen Zwist schon selbst miterlebt oder im engen Bekanntenkreis davon gehört.

Besonders häufig kommt es zum Streit, wenn zum Beispiel ein Haus vererbt wird. Hier muss oft durch ein Verkehrswertgutachten der aktuelle Marktwert der Immobilie ermittelt werden. Erst danach lohnt es sich, über die zukünftige Verwendung des Hauses und eine mögliche Auszahlung der anderen Erben zu verhandeln. Wer zum Familienfrieden beitragen möchte, sorgt vor, indem er sich frühzeitig Gedanken um sein Testament macht und handelt.

Ohne Testament wird das Vermögen nach der gesetzlichen Erbfolge verteilt. Das bedeutet, dass die Verwandten des Erblassers nach dem Verwandtschaftsgrad erben. Die Erbengemeinschaft ist dann dafür zuständig, den Nachlass aufzuteilen. Bei der Klärung der Frage, wer denn nun das Haus, Auto oder Aktien bekommt, ist Streit häufig vorprogrammiert.

Den letzten Willen eindeutig im Testament festhalten

Folgende Tipps sollten Sie beherzigen, wenn Sie ein Testament machen:

  • Am besten Sie legen Ihren letzten Willen mit Hilfe eines Notars nieder. Dieser ist Experte in Fragen rund um die Erbschaft und kann Sie auf Unklarheiten aufmerksam machen. Die Erstellung eines sogenannten öffentlichen Testaments ist allerdings mit Kosten verbunden. Zu Beratungszwecken können Sie auch einen Rechtsanwalt heranziehen.
  • Wer ein handschriftliches Testament festhält, muss bestimmte formale Regeln beachten, damit es als rechtsgültig anerkannt wird. Besitzt es von Rechtswegen keine Gültigkeit, gilt auch hier die gesetzliche Erbfolge – auch wenn dies nicht im Sinne des Verstorbenen gewesen wäre.
  • Legen Sie in Ihrem Testament eindeutig fest, welcher Erbe welchen Teil des Nachlasses bekommen soll. Das senkt das Risiko eines Erbschaftsstreits. Stellen Sie klar, welche Personen ein Vermächtnis erhalten sollen. Vermächtnisnehmer sind nämlich keine Erben. Sie erhalten einzelne Wertgegenstände, müssen sich aber zum Beispiel nicht mit den Schulden des Verstorbenen auseinandersetzen.
  • Beachten Sie, dass unverheiratete Lebenspartner ohne ausdrückliche Erwähnung im Testament leer ausgehen. Sie sind im gesetzlichen Erbrecht nicht eingeschlossen. Paare können sich gegenseitig in Einzeltestamenten absichern oder einen Lebensgemeinschafts- und Erbvertrag schließen.
  • Idealerweise sprechen Sie mit Ihren engsten Angehörigen darüber, wie Sie sich Ihr Testament vorstellen. Versuchen Sie schon im Vorfeld mögliche Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.
  • Angehörigen steht ein sogenannter Pflichtteil der Erbschaft zu. Er schützt Familienmitglieder davor, aufgrund von Enterbung und zu geringer Erbeinsetzung zu kurz zu kommen. Es ist kaum möglich, den Pflichtteil außer Kraft setzen. Er lässt sich nur umschiffen, indem Sie ungeliebte pflichtteilsberechtigte Erben mit einem besonders geringen Teil Ihres Nachlasses bedenken. Manche Erblasser nehmen auch sogenannte Schenkungen vor, mit denen Sie große Teile Ihres Vermögens noch zu Lebzeiten verschenken.
  • Besonders vorausschauend ist es, eine Schiedsklausel im Testament festzuhalten. Sie regelt, dass eventuelle Erbstreitigkeiten vor einem Schiedsgericht geklärt werden sollen. Staatliche Gerichte werden so vorerst aus der Konfliktlösung herausgehalten.

Quelle: op-online.de

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