Koalition in Wiesbaden im Zwielicht

Streit um zwei Honorarverträge

Wiesbaden/Frankfurt - Bei dieser Geschichte geht es um einen Skandal oder zumindest ein Geschmäckle. Im Mittelpunkt stehen zwei Honorarverträge und möglicherweise gegenseitige Begünstigung.

Unter Druck geraten sind Bernhard Lorenz, der Fraktionsvorsitzende der CDU in Wiesbaden, und Mathias Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer in Frankfurt. Wie der „Wiesbadener Kurier“ zuerst berichtete, soll Lorenz bei der IHK einen Beratervertrag in seiner Funktion als Anwalt erhalten haben, nachdem er sich umgekehrt am Jahresanfang für einen Beratervertrag Müllers beim „Wiesbadener Immobilienmanagement“ (WIM) eingesetzt hatte.

Bei Lorenz’ Aufgabe soll es sich ausgerechnet um das Ausarbeiten einer Compliance-Richtlinie (dabei geht es um das Einhalten von Gesetzen und Richtlinien) bei der IHK gegangen sein. Die Honorierung ist nicht bekannt. Müller soll für seine Tätigkeiten beim WIM über vier Jahre für die Beratung 90.000 Euro erhalten.

Ins Fadenkreuz gerät auch die SPD, die mit der CDU in Wiesbaden eine Große Koalition bildet. Sie soll unter Vorsitz von Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) im Aufsichtsrat des WIM erst eine Mehrheit für Müllers Beratervertrag ermöglicht haben. Die Wiesbadener Grünen sprechen schon jetzt von einem Skandal.

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cz

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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