Kein Streusalz mehr da

Frankfurt/Offenbach - Der Dezember ist noch nicht zu Ende - und schon ist das Streusalz in vielen hessischen Kommunen aufgebraucht.

Die Winterdienste steigen deshalb auf Rollsplitt um oder räumen nur noch verkehrswichtige Straßen. Besonders kreativ zeigt sich Frankfurt: Die knappen Salzvorräte werden einfach mit Splitt gestreckt. Der ESO-Winterdienst in Offenbach brachte am Montag seine letzten Reste Streusalz für den morgendlichen Berufsverkehr auf die Straße. Seit dem 23. Dezember warte das Unternehmen auf eine Lieferung mit dem rar gewordenen Streugut, sagte Oliver Gaksch von der Pressestelle der ESO. Solange hält der Offenbacher Winterdienst die Straßen mit Rollsplitt befahrbar. Den anderen Kommunen im Umkreis gehe es da ähnlich, berichtete Gaksch. Auch in Wetzlar wartet der Winterdienst auf zwei Züge Streusalz. Es gebe nur noch eine Notreserve für die Steigung zum Städtischen Krankenhaus, sagte Bernd Sinkel von der Stadtreinigung. Nun werde nur noch auf verkehrswichtigen Straßen Schnee geräumt, der Rest bleibe liegen.

Salz und Splitt im Verhältnis 1:3 zusammengemixt

„Meines Wissens nach, haben die Lieferanten die Kommunen komplett aus der Lieferung gestrichen. Nur noch Autobahn- und Straßenmeistereien werden beliefert“, sagte Sinkel. „Die Stadtreiniger“ in Kassel haben dagegen am Montag eine Lieferung mit dem kostbaren Salz bekommen. Der Winterdienst der Stadt sei wie andere Kommunen auch von Lieferengpässen betroffen. Bisher habe es aber noch keine Notsituation gegeben, sagte Birgit Knebel vom Servicebüro des Unternehmens. Zum Salzstreuen gebe es in Kassel keine Alternative: „Wenn ich Blitzeis habe, brauche ich Streusalz. Gerade bei den vielen Steigungen hier.“

In Frankfurt hat der Winterdienst der Entsorgungs- und Service GmbH (FES) die Salzvorräte kurzerhand gestreckt. Salz und Splitt wurden im Verhältnis 1:3 zusammengemixt, sagte Pressesprecher Michael Werner. Von der Mischung sei auch noch eine gute Menge da. Dennoch ist Werner bang, ob die für Januar zusätzlich bestellten 2.000 Tonnen Streusalz rechtzeitig geliefert werden. In den Vorjahren konnte der Frankfurter Winterdienst noch den umliegenden Kommunen mit Streugut aushelfen. Dieses Jahr sei das wegen des strengen Winters nicht möglich.

dpa

Quelle: op-online.de

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