Drückerkolonnen und dubiose Versprechen

Gangart am Strommarkt verschärft

Offenbach - Die Preise steigen und der Strommarkt ist heiß umkämpft. Die Verbraucherzentrale Hessen berichtet jetzt von hunderten Beschwerden über „schwarze Schafe“ - Stromfirmen, die Kunden massiv verunsichern. Von Peter Schulte-Holtey

Die Gangart am Energiemarkt verschärft sich weiter, Werberkolonnen drängen Verbraucher im großen Stil zu Vertragsabschlüssen. Im Interview mit unserer Mediengruppe berichtet Verbraucherschützer Peter Lassek von regelrechten Drückerwellen, von Verkäufern, die Stromkunden über den Tisch ziehen wollen: „Verträge werden auf der Straße, vor Supermärkten, in Einkaufsmärkten oder - ganz klassisch - an der Haustür angebahnt. Manche Werber erklären dabei, es habe in der unmittelbaren Nachbarschaft Beschwerden wegen der Ökostrom-Umlage gegeben und sie müssten daher die Stromrechnung überprüfen.“ Teils werde auch mit der Angst der Verbraucher gespielt und behauptet, den bisherigen Grundversorger werde es künftig nicht mehr geben. Besonders dubios: Senioren werden von den Verkäufern sogar zusätzliche Leistungen - wie Hilfestellungen beim Einkauf - versprochen. Lassek: „Verbraucher sollten sich jedenfalls nicht überrumpeln lassen. Auf Versprechungen und pauschale Werbeaussagen der Werber sollte man sich nicht verlassen.“

Trotz aller Verunsicherung - die Suche nach einem günstigeren Versorger kann sich lohnen. Lassek: „Wer beim Wechsel gewisse Grundregeln beachtet - also zum Beispiel keinerlei Vorkasse leistet und aufs Kleingedruckte schaut, geht in der Regel kein großes Risiko ein.“ Dabei müsse niemand befürchten, plötzlich ohne Strom dazustehen - denn die Grundversorger seien immer zu einer Lieferung verpflichtet.

Quelle: op-online.de

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