Strothoff wehrt sich

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Hans Strothoff

Dreieich ‐ Mit deutlichen Vorwürfen gegen Ex-Landrat Peter Walter hat der Dreieicher Unternehmer Hans Strothoff gestern auf die teilweise massive Kritik reagiert, er zahle für die von ihm gegründete und betriebene Internationale Schule auf dem Campus Dreieich keine Miete. Von Klaus Hellweg

In einem Gespräch mit unserer Zeitung pochte Hans Strothoff auf mehrfach geäußerte Zusagen Walters, die Schule zwei Jahre lang mietfrei betreiben zu dürfen, später sei sogar von drei Jahren Mietfreiheit die Rede gewesen. Er habe, so Strothoff, die Kritik aus dem politischen Raum bisher ohne Reaktion zur Kenntnis genommen, weil er den Ex-Landrat nicht habe bloßstellen wollen. Das allerdings sei jetzt wegen der Massivität der Vorwürfe nicht mehr möglich.

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Peter Walters Nachbeben

Strothoff erinnert sich: Auf Drängen des Kreises sei am 23. Juni 2008 ein Vormietvertrag unterschrieben worden. Auf ausdrücklichen Wunsch des damaligen Landrats Peter Walter seien dessen Zusagen hinsichtlich der heute strittigen Punkte in diesen Vormietvertrag nicht aufgenommen worden. Strothoff zitiert Peter Walter: „Die Positionen wie mietfreie Zeit, Herausnahme Indexierung, Nebenkosten/Vollwartung, Nutzung der Räume und Anlagen des ,Haus des lebenslangen Lernens‘ werden wir später im Hauptmietvertrag regeln.“

Direkt im Anschluss an die Unterzeichnung des Mietvorvertrages hätten, so Hans Strothoff, die Verhandlungen über den Abschluss des endgültigen Mietvertrags begonnen“, die seien aber zur Überraschung der Internationalen Schule ins Stocken geraten, weil der Landrat „mehr und mehr Abstand von seinen Zusagen nahm“.

So sei es trotz intensiver Bemühungen und unter seinem, Strothoffs, persönlichem Einsatz nicht gelungen, die bereits versprochenen und vereinbarten Inhalte in einen Mietvertrag umzusetzen.

Und Strothoff pocht darauf: „Peter Walter sagte mehrfach die mietfreie Zeit von zwei, später sogar drei Jahren zu, sowohl bei Besprechungen in größerer Runde als auch in Einzelgesprächen mit mir.“ Diese Zusagen seien in Protokolle aufgenommen und dem damaligen Landrat zugestellt worden. Strothoff: „Herr Walter hat diesen Protokollen nie widersprochen, weder telefonisch noch in Gesprächen oder schriftlich.“

Strothoff weiter: „Nach Rücksprache mit Herrn Walter hat am 14. Oktober 2009 die Internationale Schule auf Grundlage der getroffenen Zusagen und der erzielten Verhandlungsergebnisse einen Vorschlag für den Mietvertrag an den Kreis Offenbach übermittelt. Auf diesen Vorschlag hat der Kreis bis März 2010 nicht reagiert.“ Vereinbarte Besprechungstermine seien von Walter mehrfach kurzfristig abgesagt worden. Für ihn, Strothoff, stehe deshalb nach wie vor fest, dass eine Mietzahlung wie vereinbart erst ab September 2012 fällig werde.

Was Mehrkosten für den Bau der Schule betrifft, so resultieren die laut Strothoff daraus, dass die ersten Baupläne „absolut unzureichend“ gewesen seien. Die Umplanungen hätten dann zu einer deutlichen Vergrößerung der Fläche geführt. Die daraus resultierenden Kosten seien allerdings vom Kreis und dessen PPP-Partner (Hannover Leasing) zu tragen.

Eine Abrechnung über die vom Kreis und der Internationalen Schule „geprüften und anerkannten Mehrkosten“ liege bisher nicht vor. Strothoff: „Von daher ergibt sich keine Zahlungsverpflichtung, die auch bis heute - mangels Abrechnung - vom Landkreis gar nicht geltend gemacht wurde.“

Quelle: op-online.de

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