Inhaftierter Student - Vorwürfe gegen Behörden

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Haddid N., der an der Fachhochschule Frankfurt studiert, war am 8. Januar von US-Truppen im Haus seiner Familie in Kabul verhaftet worden. Seitdem wird der 23-Jährige im berüchtigten Militärgefängnis Bagram festgehalten.

Frankfurt - Im Fall des in Afghanistan wegen Terrorverdachts inhaftierten Frankfurters Haddid N. haben dessen Anwalt und Politiker Vorwürfe gegen die hessischen Behörden erhoben.

Polizei und Justiz seien „offenbar Veranlasser“ und „Mitinitiatoren der Verschleppung“, sagte der Landtagsabgeordnete Hermann Schaus (Linke) heute in Frankfurt. Nach Angaben des Anwalts Friedrich Koch wusste die Polizei von der geplanten Reise des Studenten. Zuvor habe der Staatsschutz der Schwester erklärt, es liege nichts gegen ihren Bruder vor, er könne ausreisen, führte der Anwalt weiter aus.

Der Deutsch-Afghane Haddid N. war zuvor im Visier der Frankfurter Justiz. Sie stellte 2010 ihre Ermittlungen ein, weil sie ihm keinen konkreten Kontakt zu Terroristen nachweisen konnte. Im Zuge des Verfahrens war dem 1987 in Frankfurt geborenen Studenten der Pass entzogen worden, den er später zurückbekam. Ursprünglich wollte auch die Schwester, eine Frankfurter Rechtsanwältin, auf der Pressekonferenz erscheinen. Sie sagte jedoch mit Verweis auf den Schutz ihrer Familie kurzfristig ab.

Haddid N., der an der Fachhochschule Frankfurt studiert, war am 8. Januar von US-Truppen im Haus seiner Familie in Kabul verhaftet worden. Seitdem wird der 23-Jährige im berüchtigten Militärgefängnis Bagram festgehalten. Kontakt zur Familie oder zur deutschen Botschaft besteht nach Angaben seiner Unterstützer nicht.

dpa

Quelle: op-online.de

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