Multifunktionale Alltagsgegenstände für Singles

Kaffeekocher, Toaster und Pfanne in einem Gerät

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Zähne putzen kann er nicht, aber ansonsten bietet der „Frühstücksmaker“ dem gestressten Single wertvolle Unterstützung am frühen Morgen.

Frankfurt - Immer mehr Menschen leben alleine, nicht nur in der Single-Hochburg Frankfurt. Eines ihrer größten Probleme: Sie haben viele Dinge, die Platz wegnehmen, aber selten benutzt werden. Ihnen kann geholfen werden, denken sich Studenten der Fachhochschule Frankfurt. Von Ralf Enders 

Der „Frühstücksmaker“ ist ein handliches Gerät. Gleich drei Funktionen hat die leicht zu transportierende Maschine: Sie kocht Kaffee, toastet und brät auf der integrierten ausklappbaren Pfanne Spiegeleier oder Speck. Den Nachteil, dass die ganze Maschine zur Reparatur muss, wenn nur ein Gerät defekt ist, werden Singles in Kauf nehmen. Denn sie sind auf der Suche nach platzsparenden Gerätschaften. Und so sollen Design und Funktion des „Frühstücksmakers“ vor allem Studenten und junge Berufstätige mit wenig Platz in der Küche ansprechen.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Fachhochschule.

Umso besser, dass ihn auch Studenten ersonnen haben. Als Teil eines Industriedesign-Projekts entwarfen 48 angehende Produktentwickler der Fachhochschule Frankfurt Küchengeräte der Zukunft. Im Bachelor-Studiengang „Material und Produktentwicklung“ sollten sie Geräte konzipieren „und dabei die Methoden der Produktentwicklung, des Produktdesigns sowie der Produktpräsentation praktisch anwenden“, wie es die Fachhochschule formuliert. Hector Solis-Muñiz, Professor für Industrie-Design und Produktentwicklung, beschreibt das Ziel: „Um auf dem Markt wettbewerbsfähig zu sein, müssen Produkte funktionssicher, benutzerfreundlich, kostengünstig und einfach instand zu halten sein und nicht zuletzt auch - über das Design - ihre Zielgruppen ansprechen.“ Mittels eines CAD-Programms, das rechnergestützt Produkte konstruiert, haben die Studenten die Geräte am Computer entwickelt und per Simulation getestet.

Erstaunliche Ergebnisse

Die Ergebnisse sind ganz erstaunlich: Neben dem „Frühstücksmaker“ erfanden die Frankfurter Nachwuchs-Produktentwickler zum Beispiel auch ein wassersparendes Handspülgerät. „SmartWash“ heißt der kleine Zauberstab mit ergonomischem Griff, der die Wasserkraft nutzt, um seinen Schwamm rotieren zu lassen. Per Knopfdruck dosiert ein turbinenbetriebener Aufsatz Wasser und Spülmittel.

Kleiner Zauberstab zum wassersparenden Spülen

Andere Teams setzten die Aufgabe „Grillen im Freien“ um: Unter dem Titel „Das moderne Lagerfeuer“ entwickelten sie einen Gasgrill, der Solarenergie nutzt, Regenwasser aufbereitet und auch für Mülltrennung ausgestattet ist. Der Hybridgrill besitzt ein austauschbares Modul für Solar- und Holzkohlebetrieb. Ein weiteres Konzept, ein klar und elegant gestalteter Grill, besteht aus Grillkasten, Kühlkasten und Unterbau mit zwei Rädern, sodass er zum Transport an ein Fahrrad gehängt werden kann. Und weil zu einem anständigen Grillfest ein kühles Bier gehört, entwickelte eine andere Gruppe „ein intelligentes Zapfsystem mit variabler Steuerung“. Was sich etwas technokratisch anhört, hat hohen praktischen Nutzen: Die Wundermaschine kann vier Bier auf einmal zapfen...

Einziges Manko all dieser Produkte: Es gibt sie nicht zu kaufen. Noch nicht. Denn namhafte Haushaltsgeräte-Hersteller haben Solis-Muñiz zufolge bereits Interesse angemeldet. „Für uns aber ist es zunächst mal ein reines Studienprojekt, das konkrete Aufgaben unter realen Bedingungen stellt“, sagt der Professor. Der sechssemestrige Bachelor-Studiengang „Material und Produktentwicklung“ bereitet die Studenten durch die Vermittlung computergestützter Entwicklungs-, Konstruktions-, Material- und Fertigungstechniken auf die Praxis vor. Der FH zufolge trainieren sie „die Fähigkeit, technologisch orientierte Produkte der Gebrauchs- und Investitionsgüterindustrie zu konzipieren und deren Entwicklungsprozesse zu steuern“. Der Studiengang wird zum Wintersemester 2014/15 in „Produktentwicklung und Technisches Design“ umbenannt und hat keine Zulassungsbeschränkung.

Quelle: op-online.de

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