Regionalverband fordert neues Bauland

Studie des Regionalverbandes zeigt deutlichen Wohnungsmangel

+
Die Frankfurter Skyline

Frankfurt - In Rhein-Main werden bis 2030 rund 184.000 Wohnungen benötigt. Davon geht der Regionalverband FrankfurtRheinMain aus. Der Prognose liegt eine Schätzung zugrunde, die auch den weiteren Flüchtlingszuzug berücksichtigt.

Der Untersuchung zufolge wird die Bevölkerung im Ballungsraum um gut neun Prozent auf 2,44 Millionen Menschen wachsen. Wegen des Nachholbedarfs müssten allein in den nächsten fünf Jahren jährlich fast 15.000 Wohnungen entstehen (zuletzt waren es rund 8600). Bis 2030 wären in Frankfurt 73.727 Wohnungen, in Offenbach 11.406 und im Kreis Offenbach 27.307 Wohnungen notwendig. Der Anteil am Neubaubedarf in Rhein-Main für Flüchtlinge wird bis 2030 lediglich auf rund 15 Prozent (27.000 Wohnungen) geschätzt. Im Ballungsraum sei die Wohnungsnot auch ohne Flüchtlinge akut, sagte Verbandsdirektor Ludger Stüve (SPD) gestern in Frankfurt. Der Regionalverband rief seine 75 Mitglieder zu mehr Engagement auf. Neben dem verdichteten Bauen und der Mobilisierung von bestehenden Flächen in den Kommunen müsse mehr neues Bauland erschlossen werden. Zugleich müssten die Kommunen wieder mehr Geld in den sozialen Wohnungsbau investieren, forderte Stüve.

Hessens Wohnungsbauministerin Priska Hinz (Grüne) bezeichnete die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Rhein-Main als große Herausforderung. Wohnbaugesellschaften und Investoren müssten aber von der Förderung des sozialen Wohnungsbaus auch Gebrauch machen. Bis 2019 stünden dafür eine Milliarde Euro für bis zu 10.000 Wohnungen zur Verfügung. Frankfurts OB Peter Feldmann (SPD) nannte die Zahlen des Regionalverbandes einen „alarmierenden Weckruf, der von der Politik gehört werden muss!“ Winfried Männche, Sprecher der Geschäftsführung der GBO (Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach), sieht aktuell in Offenbach keine Wohnungsnot: „Bei uns muss niemand unter der Brücke übernachten.“ Auch gebe es weiter genügend günstige Wohnungen in der Stadt. Gleichwohl müsse die Politik jetzt reagieren und sicherstellen, dass bezahlbarer Wohnraum auch künftig gewährleistet sei. Mit Blick auf den Flüchtlingszustrom forderte Männche ein bundesweites „Wohnungsbaukonzept wie nach dem Zweiten Weltkrieg“.

Bilder: Neubau des Henninger Turms

Ihm schwebt auch eine Verknüpfung mit der von hessischen Ministern vorgestellten Deutschland-Rente, mit der ein neuer Baustein zur Altersvorsorge entstehen soll, vor. Geplant ist demnach, dass Arbeitnehmer verpflichtet werden, in einen Pensionsfonds einzuzahlen. Diese Gelder sollen dann möglichst sicher, aber mit einem stärkeren Aktien-Schwerpunkt angelegt werden. Und dort setzt die Idee Männches an: „Die Mittel könnten in den öffentlich geförderten Wohnraum angelegt werden. Wenn ein Teil der Deutschland-Rente in Wohnungen investiert wird, ist eine große Wertschöpfung gewährleistet. Dies wäre eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.“

al/dpa/sjm

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare