Stüve führt Regionalverband

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Verbandsdirektor Ludger Stüve (SPD)

Frankfurt - Dieses Geschenk war naheliegend. Nachdem gestern in der Verbandskammer des Regionalverbands FrankfurtRheinMain immer wieder die Rede von aufgerissenen Gräben war, die es zuzuschütten oder mit Brücken zu überwinden gelte, durfte Asterix nicht fehlen. Von Christian Riethmüller

Schließlich beschreibt der Band „Der große Graben“ aus der legendären Comic-Reihe um den kleinen Gallier mit den großen Kräften so einfach wie genial die Überwindung eines lange schwelenden Konflikts.

Beschenkt mit den Asterix-Comics wurden der bisherige Bürgermeister von Schöneck, Ludger Stüve (SPD), und die bisherige Bürgermeisterin von Offenbach, Birgit Simon (Grüne), die von heute an die neue Spitze des Regionalverbands FrankfurtRheinMain bilden. Beide sind gestern in ihre neuen Ämter - Stüve als Verbandsdirektor, Simon als Erste Beigeordnete - gewählt worden. Knapp ein Jahr nach der Kommunalwahl ist damit der Machtwechsel in der Verbandskammer von der CDU hin zu einer rot-grünen Mehrheit vollzogen. Wie berichtet, hatte die frühere Verbandsspitze mit Direktor Heiko Kasseckert und dem Beigeordnetem Matthias Drexelius (beide CDU) mit juristischen Mitteln gegen ihre Abwahl gekämpft, letztlich aber ihre Posten räumen müssen.

Parteien betonen Willen zur Zusammenarbeit

Auch auf dieses Gezerre spielten die Redner der verschiedenen Gruppen in der Verbandskammer bei ihrer Sitzung im Plenarsaal der Stadt Frankfurt im Römer an, wenngleich sonst vermutlich eine Extraportion Kreide auf dem Frühstücksplan von SPD, Grünen, CDU und Unabhängiger Gruppe gestanden haben dürfte, so sehr betonten die Parteienvertreter den Willen zur Zusammenarbeit.

Erste Beigeordnete Birgit Simon (Grüne)

In den Abstimmungsergebnissen schlug sich der verbale Brückenbau dann aber doch noch nicht nieder. Von 92 möglichen Stimmen erhielt Ludger Stüve bei seiner Wahl zum neuen Verbandsdirektor 51 Ja-Stimmen. 38 Stimmen votierten gegen den 52-jährigen Sozialdemokraten, drei Stimmen waren ungültig. Ähnlich war das Abstimmungsverhalten auch bei der Wahl von Birgit Simon zur Ersten Beigeordneten. Auf die 54-jährige Grüne entfielen 53 Ja-Stimmen bei 36 Nein-Stimmen. Auch bei Simons Wahl waren drei Stimmen ungültig. Stüve und Simon sind beide für jeweils sechs Jahre gewählt worden und werden ihre hauptamtlichen Funktionen als Beamte auf Zeit ausüben.

Suche nach Flächen für Windenergie

Wie beide in ihren kurzen Antrittsreden betonten, wollen sie sich nun einer zügigen Umsetzung des Teilplans „Erneuerbare Energien“ widmen, der im vergangenes Jahr rechtsgültig gewordenen Regionalen Flächennutzungsplan noch nicht eingearbeitet. Dabei geht es vor allem auch um Flächen, die künftig für die Windenergie genutzt werden sollen. Hier müssen die 75 in der Verbandskammer vertretenen Kommunen zu einer einvernehmlichen Lösung finden, wo im Rhein-Main-Gebiet diese von der Landesregierung geforderte Flächen ausgewiesen werden.

Die Offenbacher Stadtverordnetenfraktion der Grünen hat derweil „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ zur Wahl Birgit Simons gratuliert. „Im Wissen, dass sie ihre Kräfte ab sofort für eine gute grüne Politik in der Rhein-Main-Region einsetzen wird - von der Offenbach ein Teil ist - wünschen wir ihr viel Erfolg“, schrieb Fraktionsvorsitzender Peter Schneider, der sich freut, dass Simon weiter im grünen Kreisverband mitarbeiten will.

Quelle: op-online.de

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