Frankfurter Buchmesse 2012

Auf der Suche nach klaren Worten

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Frankfurt - Dem traditionellen Buchhandel geht es schlecht. Der Dachverband fordert zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse von den Politikern mehr Engagement für die kleinen Geschäfte. Von Thomas Maier

Getrieben von der digitalen Umwälzung blickt der deutsche Buchhandel vor Beginn der Frankfurter Buchmesse in eine ungewisse Zukunft. Von der Politik vermisst die Branche zugleich ein klares Bekenntnis zu den traditionellen Buchläden am Ort.

„Eine Bildungsnation braucht den stationären Buchhandel“, forderte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, gestern zur Eröffnung der weltgrößten Bücherschau. Er verwies auf das Beispiel Frankreichs. Die Regierung in Paris habe offen die Wettbewerbsvorteile der global agierenden Buchhandelsunternehmen mit Sitz im steuerbegünstigten Luxemburg angeprangert. „Solche klaren Worte wünschten wir uns in diesen Zeiten auch von den deutschen Politikern und Regierungsmitgliedern“, sagte Honnefelder.

Bilder der Frankfurter Buchmesse 2012

Startschuss für Frankfurter Buchmesse

Während auf dem Buchmarkt der Internethandel weiter wächst, meldet der traditionelle Einzelhandel für das laufende Jahr erneut ein Minus von knapp fünf Prozent. „Ich halte das für eine Zahl, über die man nachdenken muss“, sagte Honnefelde. Er zeigte sich dennoch optimistisch für den stationären Handel. Bundesweit entstünden mit neuen Ideen neue Buchläden.

Branche hofft auch auf die elektronischen Bücher

Die Branche hofft auch auf die elektronischen Bücher, deren Verkäufe sich in diesem Jahr verdoppelt haben. Die E-Books machen aber weiterhin in Deutschland nur zwei Prozent des Umsatzes vom Gesamtmarkt aus, in den USA sind es 20 Prozent. Der Börsenverein sieht die digitalen Medien, die im Mittelpunkt der Messe stehen, als Ergänzung der gedruckten Medien.

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Die Digitalisierung bringt nach Ansicht der Organisatoren im globalen Maßstab ganz neue Geschäftsmodelle hervor. Große Verkäufer wie Amazon bringen eigene Lesegeräte heraus. Autoren werden übers Internet zu Verlegern, weltweit entstehen über neuartige Internet-Speicherplätze („Cloud Computing“) Leihbibliotheken. Es entstehen neue kulturelle Muster, wie Buchmesse-Direktor Juergen Boos sagte. Wichtig sei, dass künftig alle weiter Zugang zu den Inhalten hätten. Dies gelte vor allem für Kinder- und Jugendbücher.

dpa

Quelle: op-online.de

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