Konzert der ausverkauften Festhalle

Sunrise Avenue und das Wonderland Orchestra: Hits im sinfonischen Gewand

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Ein musikalisches Großaufgebot gab es beim Konzert der Finnen in der Festhalle, dabei hätte es der orchestralen Unterstützung eigentlich gar nicht bedurft.

Frankfurt - Klanglich geadelte Ohrwürmer: Die finnische Band Sunrise Avenue gastierte mit großem Orchester in der Frankfurter Festhalle. Von Dirk Iding

Er soll der Rocksänger mit dem sexiest Unterarm alive sein. Doch das würde gewiss nicht ausreichen, um die Frankfurter Festhalle zu füllen. Entscheidender dürften die markante Stimme von Samu Haber, Leadsänger und Kopf der Formation Sunrise Avenue, und deren Hits sein, mit denen die vierköpfige Band aus Finnland seit gut 15 Jahren regelmäßig die internationalen Charts aufmischt. Auf ihrer aktuellen Tour, die in Frankfurt Station machte, haben sich Sunrise Avenue klanggewaltige Verstärkung hinzugeholt. Das 33-köpfige Wonderland Orchestra, benannt nach einem der vielen Hits der Finnen, kleidete die Songs von Samu Haber & Co in ein sinfonisches Gewand. Ein Konzept, das auch schon etliche andere Rockbands verfolgten, das aber nicht immer aufgeht. Denn die Gratwanderung zwischen bombastischem Klang und aufgesetzt wirkenden Arrangements ist keine einfache. Und auch Sunrise Avenue ist diese nicht durchgehend gelungen.

Doch der Reihe nach: Es ist ein durchweg gemischtes Publikum, das sich da in Erwartung eines besonderen Konzerts eingefunden hat. Samu Haber gilt zwar als ein besonders junge Frauen ansprechender Sänger, und die machen gewiss auch einen großen Teil des Publikums aus, doch vom kleinen Mädchen bis zum gesetzten Endfünfziger ist letztlich so ziemlich alles vertreten. Und alle wurden im Vorprogramm glänzend unterhalten vom Singer-Songwriter Niila, der nicht nur ein Landsmann der finnischen Musiker von Sunrise Avenue ist, sondern auch stilistisch mit seiner Mischung aus eingängigem Folk, Rock und Pop auf deren Spuren zu wandeln scheint. Am 10. Oktober ist Niila übrigens mit einer eigenen Show in der Frankfurter Batschkapp zu Gast.

Aber dann kam er: Samu Haber. Zunächst zwar nur als Schattenriss auf den in dunkles Lila getauchten riesigen Theatervorhang, doch das reichte schon aus für die ersten Jubelstürme. Und bereits nach den ersten Takten von „Wonderland“ war die Bestuhlung der Festhalle für ein Großteil des Publikums nahezu überflüssig. Sunrise Avenue ist nunmal keine Band zum Sitzen - meistens jedenfalls.

Sunrise Avenue in der Frankfurter Festhalle: Fotos

Was folgte, war eine zweieinhalbstündige Reise durch den musikalischen Kosmos der Erfolgsband, begleitet von einer durchaus beeindruckenden Lichtchoreographie und etlichen Videoeffekten. All das sollte offenbar den bombastischen Klängen des Wonderland Orchestra noch mehr Wucht verleihen. Doch nicht jeder Popsong eignet sich nunmal zur Symphonie. Was beispielsweise bei „Nothing Is Over“ oder „Little Bit Love“ mit melodischen Streichersätzen noch wunderbar funktioniert, konnte bei Liedern wie „Out Of My Life“ oder „Unholy Ground“ nicht wirklich überzeugen.

So hatten Sunrise Avenue an diesem Abend ihren besten Moment, als die Band auf einer winzigen Bühne im hinteren Drittel der Festhalle auf Tuchfühlung mit ihren Fans einige ihrer Hits als Akustik-Session präsentierte. Das war wirklich gute Popmusik, handgemacht und mitreißend. Fazit: Sunrise Avenue brauchen die große Symphonie überhaupt nicht, um ihre Fans zu begeistern.

Quelle: op-online.de

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