Vergnügliche Reise in die Vergangenheit

Supertramp-Mitgründer Roger Hodgson in der Alten Oper

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Supertramp-Mitgründer Roger Hodgson

Frankfurt - Strahlende Augen bei den Musikern angesichts eines begeisterten Publikums, strahlende Augen bei den Zuschauern angesichts eines mitreißenden Auftritts: Es ist 22.15 Uhr in der ausverkauften Alten Oper, und alle sind glücklich. Von Markus Schaible 

Verantwortlich dafür ist vor allem ein Mann, der Musikgeschichte geschrieben hat: Roger Hodgson, einst einer der beiden kreativen Köpfe von Supertramp. Das ist mittlerweile weit über 30 Jahre her – und dass die meisten im Publikum zumindest den größten Teil der Texte von damals mitsingen können, zeigt eines: Die von Hodgson komponierte Musik begleitete sie über Jahrzehnte. Und sie sind dankbar dafür, dass sie noch immer die Möglichkeit haben, die Lieder live zu erleben. Fast 66 Jahre alt ist Roger Hodgson mittlerweile, aber von Rentenalter keine Spur. Seine hohe Falsettstimme erklingt klar, am Piano und der Gitarre hat er nichts verlernt, auch wenn ein schwerer Unfall Ende der 1980er Jahre seiner Karriere beinahe ein Ende bereitet hätte.

Der Abend führt die Fans tief in die Vergangenheit. Die Klassiker „School“ (bereits als zweites Stück im Programm) oder „Dreamer“ stammen vom Album „Crime of the Century“, das Supertramp 1974 den Durchbruch brachte. Dazu gibt es weitere Hits, auch aus Hodgsons Solokarriere. Aber der Mann ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus – sogar ein noch unveröffentlichtes Stück („The Awakening“) bietet er dar. Dazu erzählt er Anekdoten („Breakfast In America“ schrieb er als 19-Jähriger in gerade mal einer Stunde) oder sucht den Kontakt zum Publikum, indem er sich erkundigt, welche von den Fans, die ihm über Facebook Lied-Wünsche zukommen ließen, denn tatsächlich da sind. Ein Mann ohne Starallüren, ein Künstler, der mit sichtlichem Vergnügen bei der Sache ist.

Rocky Horror Show in der Alten Oper

Unterstützt wird der Meister von einer spielfreudigen und vor allem hochkarätigen vierköpfigen Band, aus der Aaron MacDonald an allerlei Blasinstrumenten herausragt, mit dem Hodgson im Duett bereits 2011 einen denkwürdigen Auftritt in der Alten Oper hinlegte. Egal ob gefühlvolle Balladen („Two Of Us“, „Lovers In The Wind“), druckvoll treibende Rock-Pop-Songs („Had A Dream“) oder das gar im Progressive-Rock angesiedelte „Fool’s Overture“ – was da glasklar aus den Lautsprechern erklingt, sorgt für Gänsehaut und reißt mit. Und da macht es auch nichts aus, dass Roger Hodgson sie nach zweieinviertel Stunden mit „It’s Raining Again“ hinausschickt – in den Regen ...

Quelle: op-online.de

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