Täter fliegt sofort aus Wohnung

Frankfurt - (re) Die Frankfurter Polizei hat in dieser Woche eine Tagung zur häuslichen Gewalt organisiert. Teilnehmer waren Vertreter von Polizei, Jugendamt, Staatsanwaltschaft und Hilfsvereinen. Tenor: Seit dem Start der hessischen Initiative im Jahr 2003 hat sich die Zahl der angezeigten Fälle verdoppelt.

Nicht weil mehr Taten begangen werden, so die Experten, sondern weil „die Opfer großes Vertrauen in das Netzwerk gefunden haben und die Taten häufiger anzeigen“.

Auch die Frankfurter Polizei hat ein Netzwerk geknüpft, dessen Arbeitsweise sie mit einem typischen Beispiel zeigt:

- Ein Notruf einer Nachbarin berichtet von lautem Streit.

- Eine Streife trifft die weinende Ehefrau mit blutender Nase an, die minderjährigen Kinder sitzen verängstigt in ihrem Zimmer, der Ehemann läuft auf und ab. Im Streit hat er zugeschlagen - zum dritten Mal in kurzer Zeit.

- Die Polizei trifft sofort folgende Maßnahmen: 14-tägige „Wegweisung“ des Ehemanns aus der gemeinsamen Wohnung, Strafanzeige wegen Körperverletzung, Frage nach dem Einverständnis der Ehefrau, von einer Beratungsstelle kontaktiert zu werden und Hinweis an den Mann, sich beraten zu lassen.

- Später getrennte Vernehmung der beiden, Schicken der Strafanzeige an die Amtsanwaltschaft, Mitteilung ans Jugendamt und Hinweis an die Frau, einen Antrag laut Gewaltschutzgesetz (GewSchG) stellen zu können hinsichtlich eines Näherungs- und Kontaktverbots.

- Tut sie dies, wird ein Beschluss erstellt und dem Ehemann per Gerichtsvollzieher zugestellt. In diesem Fall mit Polizeibegleitung, da er als gewaltbereit gilt.

- Sollte der Mann dagegen verstoßen, kann er zu einem Jahr Haft oder einer Geldstrafe verurteilt werden.

- Während der ganzen Zeit kann sich die Frau stets an einen Verbindungsbeamten wenden

- „Gefährdungslagen-Manager“ der Polizei greifen ein, wenn eine akute Gefährdung der Frau wahrscheinlich ist.

Quelle: op-online.de

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