Tipps der Polizei

Die Täter schlagen oft am Wochenende zu

Offenbach - Der Fall von Online-Opfer Jutta O. : Nach Erkenntnissen von Rainer Lechtenböhmer, Experte bei der Offenbacher Polizei für Internetkriminalität, beschreibt der Fall eine relativ neue Methode, mit der Kriminelle andere Menschen aktuell um ihre Ersparnisse bringen.

Betroffen seien Bankkunden, die das mobile TAN-Verfahren nutzen. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Betrüger an die TANs kommen: Sie ordern eine weitere SIM-Karte auf die Nummer ihrer Opfer, etwa Partnerkarten. Oder die Kriminellen behaupten im Namen ihrer Opfer, man habe das Handy oder die SIM-Karte verloren und benötige nun eine neue. In beiden Fällen können die Kriminellen dann die SMS mit den Transaktionsnummern abfangen. Betroffen sind laut Lechtenböhmer meist Unternehmer und Selbstständige, bei denen sich die Konto-Plünderung lohnt.

Je früher die Opfer den Verlust bemerken, desto eher lassen sich die illegalen Aktivitäten stoppen beziehungsweise die Täter ermitteln. Deswegen rät der Polizeiexperte Bankkunden, oft die Kontoauszüge zu überprüfen und Unregelmäßigkeiten sofort bei den zuständigen Stellen zu melden. Die Täter schlagen laut Lechtenböhmer gerne am Wochenende zu, da die Kunden und Banken die illegalen Transaktionen dann erst am kommenden Wochenbeginn bemerken. Der Experte hofft, dass Banken das mobile TAN-Verfahren regelmäßig hinsichtlich der Sicherheit überprüfen. Zudem appelliert er an Mobilfunkunternehmen, strikter die Herausgabe von SIM-Karten zu kontrollieren.

Rat eines Experten

Lechtenböhmer warnt davor, bei Smartphones Apps für das Onlinebanking zu benutzen. „Zumindest sollte mit der Bank abgeklärt werden, ob die entsprechende App sicher ist.“ Außerdem weist er darauf hin, dass auch die Betriebssysteme von Smartphones gehackt und manipuliert werden können: „Kunden, die ihr Smartphone für das Onlinebanking benutzen, sollten ein Sicherheitsprogramm anwenden.“ Auch bei Verbindungsproblemen mit dem Handy oder bei fehlerhafter Zustellung von Kurzmitteilungen sollten Bankkunden aufmerksam werden.

Ein weiterer Rat des Polizeiexperten: Bankkunden können dem Betrug vorbeugen, indem sie den Verfügungsrahmen pro Tag auf eine bestimmte Summe begrenzen und mit ihrer Bank vereinbaren, dass höhere Transaktionen persönlich abgesprochen werden müssen. Wer komplett auf das mobile TAN-Verfahren verzichte und stattdessen einen TAN-Generator benutze, könne natürlich sämtliche Risiken des mobilen Verfahrens ausschließen. Lechtenböhmer sieht in dem meisten Fällen gute Chancen, dass die Betroffenen ihr Geld zurück erhalten, wenn sie nicht fahrlässig handelten oder sich etwas „zuschulden“ haben kommen lassen. 

Vorsicht! So werden Sie täglich überwacht

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nb

Quelle: op-online.de

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