Talent-Company-Projekt

Hilfe für benachteiligte Jugendliche

Frankfurt/Dreieich - Ein Projekt in Frankfurt soll Jugendlichen beim Weg in den Beruf helfen. Noch in diesem Jahr wird das Vorhaben auch im Kreis Offenbach realisiert. Von Harald H. Richter 

Tragfähige Brücken zwischen Schule und Wirtschaft bauen, um die Berufsorientierung junger Menschen auf ein zukunftsweisendes Qualitätsniveau zu bringen – dieses Ziel verfolgt die in Heppenheim ansässige Strahlemann-Stiftung mit ihrem Talent-Company-Projekt. Es existiert bereits an zehn Standorten in sechs Bundesländern. Nun ist an der Eduard-Spranger-Schule im Stadtteil Sossenheim mit einem symbolischen Spatenstich die erste Talent Company in Frankfurt gegründet worden. Noch in 2015 plant die Stiftung, mit ihrem Erfolgskonzept im Landkreis Offenbach Fuß zu fassen, um benachteiligten Jugendlichen bei der Berufsfindung zu helfen.

An der Sossenheimer Haupt- und Realschule, wo rund 400 Mädchen und Jungen unterrichtet werden, von denen nach Aussage ihres Rektors Lothar Hennig 80 Prozent Migrationshintergrund haben, wird das von Dagmar-Eva Mempel geleitete Vorhaben bis April implementiert. Es entsteht ein modern ausgestatteter Fachraum, in dem ausbildungsbereite Betriebe über ihre Berufe informieren sowie Workshops und Vorträge anbieten. „Dort können Schüler auch Online-Bewerbungen erstellen“, nennt Stiftungsgeschäftsführer Andreas Link eine weitere praxisnahe Möglichkeit der Vernetzung. 50.000 Euro stehen zur Verfügung, zehn Prozent Zuschuss kommen vom Land. Schirmherr ist der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Axel Wintermeyer. Referatsleiter Klaus Beier, im Kultusministerium zuständig für Haupt- und Realschulen, nennt das Konzept „eine Bereicherung im Bemühen zum Optimieren lokaler Vermittlungsarbeit beim Übergang von der Schule zum Beruf“.

Initiiert wurde die erste Talent Company in Frankfurt durch Claus-Dieter Kotalla. In der Mainmetropole zu Hause, hat er sich mit Hauptschulabschluss zum Geschäftsführer einer großen Steuerberatungsgesellschaft emporgearbeitet. „Durch mein Beispiel möchte ich Schülern zeigen, dass ihnen vergleichbare Karrieretüren offen stehen“, kommentiert er sein Engagement in der Strahlemann-Stiftung. Deren Gründer und Vorstandsvorsitzender Franz-Josef Fischer hat bereits das nächste Vorhaben im Visier. Noch in diesem Jahr soll in Dreieich-Sprendlingen die erste Talent Company im Landkreis Offenbach entstehen – erstmals schulformübergreifend. Davon werden die Heinrich-Heine-Schule, die Jugendliche zum Haupt- beziehungsweise Realschulabschluss führt, und die Georg-Büchner-Schule für Kinder mit besonderem Förderbedarf profitieren. Wichtigster Projektpartner aus der Wirtschaft ist die in Dreieich beheimatete Linien- und Charterfluggesellschaft Hahn Air Lines.

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Mittelständler Fischer, Mitinhaber des Heppenheimer Unternehmens Jäger Direkt und jüngst mit dem Deutschen Engagementpreis ausgezeichnet, hat eine Vision: „Hundert Talent Companies bis zum Jahr 2020. Ich bin überzeugt, das schaffen wir.“ Das hat er kürzlich auch der Bundeskanzlerin kundgetan und aus dem Gespräch mit Angela Merkel zusätzlichen Motivationsschub mitgenommen.

Quelle: op-online.de

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