Tango, Komik und Kunst für alle

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Das Museumsuferfest (Archivfoto aus dem Jahr 2008) am letzten Augustwochenende soll wieder etwa drei Millionen Besucher an die beiden Mainufer in Frankfurt locken.

Frankfurt (isi) ‐ Saftige Steaks, bester Rotwein, wehmütige Musik und sinnlicher Tanz ergeben zusammen ein argentinisches Idyll.

Asado („Gegrilltes“) und Tango sind unverrückbare Säulen der Kultur des südamerikanischen Landes, die selbst nicht wanken, wenn die dritte Säule namens Fußball einmal bröckelt. Um die Albiceleste, die argentinische Nationalmannschaft, ist es derzeit nicht besonders bestellt, weshalb Besucher des Frankfurter Museumsuferfests (27. bis 29. August) dieses Thema einfach ausklammern sollten. Vor allem, wenn sie sich am nördlichen Mainufer zwischen Untermainbrücke und Holbeinsteig aufhalten. Dort wird sich als besondere Attraktion des Museumsuferfests Argentinien auf einer 120 Meter langen Strecke in seinen vielen Facetten vorstellen und ein buntes Programm mit Tango- und Gaucho-Shows, Tango Nuevo-Tanzkursen und Konzerten argentinischer Künstler präsentieren sowie natürlich jede Menge Gegrilltes, Weine und Mate-Tees anbieten. Argentinien wird sich mit dieser Präsentation auf seine Rolle als Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse (6. bis 10. Oktober) einstimmen.

„Fest für die Museen und mit den Museen“

Neben dem Einblick in die Kultur Argentiniens bietet das dreitägige Festival, zu dem rund drei Millionen Besucher erwartet werden, zahlreiche weitere Attraktionen. An erster Stelle steht das Angebot der am Frankfurter Mainufer gelegenen Museen. Deren Ausstellungen sind während des Fests zum Kampfpreis von vier Euro zu sehen. Dieser Betrag ist für den Button zu entrichten, der für die Dauer des Fests von Freitag, 17 Uhr, bis Sonntag Eintritt in die teilnehmenden Museen gewährt.

Ein „Fest für die Museen und mit den Museen“, nannte der Frankfurter Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) die Veranstaltung, mit der zum mittlerweile 24. Mal gezeigt werden soll, dass die verschiedenen Ausstellungshäuser keine Einrichtungen nur für ein Minderheitenpublikum sind, sondern mit ihrem vielfältigen Angebot die unterschiedlichsten Interessen bedienen. Um die Besucher über die Vielfalt der Frankfurter Museumslandschaft zu informieren, wird das Kulturdezernat mit einem eigenen Stand vor dem Museum der Weltkulturen auf dem Fest vertreten sein.

Wein-Lese-Lust-Garten und Chor- und Orgelmeile

Die Mitarbeiter des Kulturdezernats können dann auch Tipps zum umfangreichen Programm des Fests geben. Auf einer Gesamtstrecke von acht Kilometern an beiden Ufern des Mains werden nicht weniger als 21 Bühnen bespielt. Wie Kurt Stroscher, Veranstaltungsleiter der städtischen Tourismus + Congress GmbH, außerdem gestern in Frankfurt sagte, werden gut 1000 Stände aufgebaut, an denen sich durstige und hungrige Flaneure verköstigen können.

Wer dem Gedränge vor den Buden entkommen möchte, hat zahlreiche Möglichkeiten, in zweiter Reihe durchzuschnaufen. Im Park des Museums der Weltkulturen findet sich der „Wein-Lese-Lust-Garten“, die Kirchen sind einmal mehr Ziele auf der „Chor- und Orgelmeile“ und der prächtige Kreuzgang des Karmeliterklosters bietet bei „Klang im Kloster“ nicht nur Alte Musik, sondern auch einen Ort zum Innehalten.

Nach dieser Art der inneren Einkehr könnte der Leib und da besonders das Zwerchfell wieder die ein oder andere Strapaze vertragen. In diesem Fall kann das Ziel nur der Weckmarkt unweit des Doms sein. Dort veranstaltet das caricatura Museum für Komische Kunst sein zweites Festival der Komik, bei dem unter anderen Oliver Maria Schmitt & Sedlmeir (Freitag), Martin Sonneborn, Wiglaf Droste, Gerd Dudenhöffer (Samstag) oder Jürgen Roth, Thomas Gsella sowie das „Titanic“-Zentralkomitee mit satirischen Texten und musikalischen Einlagen für maximale Heiterkeit sorgen wollen.

Kunstsammlungen vieler Bankhäuser

Handverlesen wie die Besetzungsliste dieses kleinen Festivals im großen Festival sind auch die Kunstsammlungen vieler Bankhäuser in Frankfurt. Anlässlich des Museumsuferfests hat die Öffentlichkeit wieder eine der raren Gelegenheiten, einige dieser Sammlungen bewundern zu können. Den Kunstfreunden ihre Pforten öffnen die Deutsche Bank, die DZ Bank und die Commerzbank.

Weitere Höhepunkte des Fests sind die alljährliche Drachenbootregatta, die am Samstag und am Sonntag ausgetragen wird und selbstverständlich das symphonische Großfeuerwerk am Sonntagabend als fast schon ritueller Abschluss des Museumsuferfests.

Wie Kurt Stroscher ankündigte, wird das Feuerwerk von 22.30 Uhr an vom Wasser aus abgeschossen. Mit Sicherheitsproblemen rechnet Stroscher nicht, wie er mit Blick auf die Loveparade-Katastrophe von Duisburg sagte. Die beiden Veranstaltungen seien nicht miteinander zu vergleichen. Die Treppen von den Brücken zum Mainufer seien nur immer entweder als Auf- oder Abgänge zu benutzen. Auf den Brücken als den „Nadelöhren“ gebe es auch keine Stände. Außerdem könnten sie bei zu großem Andrang notfalls auch gesperrt werden. „Wir prüfen alles nochmals, vier- oder fünfmal“, versicherte Stroscher.

Quelle: op-online.de

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