Protest gegen Gewalt an Frauen

Tanz für Gerechtigkeit

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Die Hände zum Himmel und dann das Tanzbein geschwungen. Auf dem Römerberg tanzten viele Frauen für Gerechtigkeit.

Frankfurt - Die Arme fliegen in die Höhe, die Menge wippt im Rhythmus zum Lied, das aus den Boxen tönt und den Frankfurter Römerberg beschallt. Die Musik verschluckt fast das Glockengeläut. Von Bettina Link 

Die Menge, die sich zwischen Römer und dem Gerechtigkeitsbrunnen versammelt hat, ist gekommen, um ausgelassen zu tanzen - für die Gerechtigkeit. Die vom Frauenreferat organisiert Tanzdemo ist Teil des internationalen V-Day. Immer am Valentinstag rufen die Aktivisten dazu auf, gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu demonstrieren. „Wir wollen am Tag der Liebe einen kritischen Gegenpol bilden“, kündigt Linda Kagerbauer vom Frauenreferat an. Damit möglichst viele von der Aktion erfahren, haben sich die Organisatoren „das Zentrum der Macht“ (Linda Kagerbauer) ausgesucht - zwischen Rathaus und der Figur der Justitia. „Wir wollen präsent sein“, betont Ulrike Brandt vom Frauenreferat. Der Platz vor der Justitia sei deswegen besonders geeignet. Denn im Vergleich zu vielen anderen sind die Augen der Justitia in Frankfurt nicht verbunden. „Es geht um die hinschauende Gerechtigkeit“, ruft Linda Kagerbauer der Menge durch das Mikrofon zu, die Antwort ist ein Jubeln.

Die vielen weiblichen Teilnehmer auf dem Römerberg erheben nicht nur ihre Stimme, sondern schwingen auch das Tanzbein. Zu dem Titel „Break the Chain“ (Spreng die Ketten) tanzt die Menge eine Choreographie unter Anleitung der Stadtteilbotschafterin Isabella Rosastro vom Tanzprojekt „Tanz ist unsere Sprache“. Trotz des einsetzenden Regens, hüpfen, drehen und springen die Teilnehmer vor der Bühne am Römer in ausgelassener Stimmung. Senioren, Mütter, Kinder, aber auch einige Männer sind gekommen, um tanzend ihren Protest zu äußern.

So etwa die 32-jährige Schulsozialarbeiterin Swetlana Daitche aus Frankfurt: „An der Schule begegnet uns täglich Gewalt, deswegen müssen wir darauf aufmerksam machen“. Die Seniorin Karin Dunkel ist mit ihren Freundinnen aus Hanau angereist, um gemeinsam mit den anderen Teilnehmern auf dem Römerberg zu tanzen: „An diesem Tag fühlen wir uns mit allen Frauen auf der Welt verbunden“, sagt sie. Doch nicht nur tanzend können die Teilnehmer ihre Meinung äußern. Am Geländer um den Gerechtigkeitsbrunnen haben sie die Möglichkeit, Zettel mit Botschaften über ihre Visionen von Gerechtigkeit aufzuhängen. So schmückt am Ende eine Kette voller Botschaften den Brunnen.

Flashmob als stiller Protest gegen Tanzverbot

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Quelle: op-online.de

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