Urlaub daheim: Tanz auf dem Vulkan

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Tolle Aussichten: Rund um Herbstein finden Wanderer und Radler zahlreiche Rastplätze.

Herbstein - Heilbad mit Therme, kunstvoller Kurpark, mystische Felsformationen, wohl der bekanntesten Fastnachtsumzug in Hessen und gleich zwei bekannte Pilgerrouten - Herbstein hat einiges zu bieten. Von Ingrid Schick

Auf der Herbsteiner Felsenrunde, einer der Vogelsberger Extratouren, sollte man gut zu Fuß sein. Von der Bushaltestelle Thermalbad Herbstein gehen wir in Richtung Therme und steigen am Parkplatz mit der Wegemarkierung schwarzes Kreuz auf weißem Grund rechts hinauf in den Kapellenwald. Die Namensgebung erschließt sich nach einem Kilometer, dann erreichen wir die pittoreske Kreuzkapelle mit schönem Altar und prächtigen farbigen Fenstern. Hier geht es nach links auf den von hier durchgängig mit den Wanderzeichen Vulkanring Vogelsberg und Vogelsberger Extratouren ausgeschilderten Wanderweg, dem wir vorbei am Kolping-Feriendorf samt Abenteuerspielplatz folgen.

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Nach der Umzäunung des Feriendorfes knickt der Wanderweg scharf nach links ab. Nach wenigen Metern erreichen wir eine Treppe, die uns direkt zum Naturdenkmal Felsenruhe führt. Achtung: Nach den Treppenstufen direkt nach rechts auf den Trampelpfad abbiegen, der uns nun unterhalb des mit dicken, bemoosten Felsbrocken übersäten Abbruchs zurück auf den Hauptweg führt. Bald erreichen wir offenes Terrain mit saftig grünen Wiesen. Im Zickzack geht’s durch eine Auenlandschadt, über ein ausgetrocknetes Bachbett und dann moderat auf die nächste Höhe. Von hier hat man schöne Ausblicke auf die vulkanische Mittelgebirgslandschaft und Herbstein. Vorbei am Aussichtspunkt Am Rausch, durch eine Lindenallee, vorbei an einem Teich führt die Felsenrunde zum Birkenhof. Unterhalb des Hofes überqueren wir die Landstraße und kurz darauf den Ellersbach über einen Steg.

Nach knapp 100 Metern biegen wir an einem Schilderbaum scharf nach links ab, laufen auf weichem Weg sachte bergauf. Bald beleuchtet die Nachmittagssonne den Hexenstein mit seinen riesigen, bemoosten Felsbrocken ganz mystisch. Den lassen wir links liegen und folgen dem Weg einen guten Kilometer bergan, bis die Vogelsberger Extra-Tour nach rechts über einen schmalen Waldpfad zurück Richtung Ortsrand Lanzenhain führt. Im typischen Vogelsbergdorf mit liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern kann man in der Ortsmitte mit dem Bus der Linie 391 zurück nach Herbstein fahren.

Für Mittelstrecken- und Langstreckenläufer etwas dabei

Mittelstrecken-Wanderer gehen auf der mit dem Wanderzeichen Vogelsberger Extra-Touren ausgeschilderten Weg weiter zur ebenfalls imposanten Basaltformation Diebstein und weiter zum Verbindungspunkt einer etwa 500 Meter langen Spange, an der man die insgesamt 19 Kilometer lange Herbsteiner Felsentour abkürzen kann. Die Abkürzung führt zurück zu den Teichen, durch die Lindenallee zum Ortseingang Herbstein. Lang-Läufer folgen der Wegmarkierung Vogelsberger Extratour und dem von Lesewällen und Gehölzriegeln gesäumten, schönen Wiesenpfad durch den Seifengrund bis nach Eichenrod, weiter zu den beiden Schalksbachteichen, die für ihre geschützte, artenreiche Tier- und Pflanzenwelt bekannt sind und dann zurück nach Herbstein.

Strecke: Vogelsberger Extratour insgesamt 19 Kilometer/Teilstrecken 10/15 Kilometer

Dauer: 5 Stunden/3 Stunden

Anfahrt: Von Offenbach nach Herbstein sind es 97 Kilometer

Wir haben den Bus von Lanzenhain zurück nach Herbstein genommen, sind an der Haltestelle Hessenstraße ausgestiegen. Von hier geht man wenige Meter zum historischen Marktplatz hinauf, wo die evangelische Stadtkirche, das schön restaurierte Rathaus und die schindelverzierte Fassade der Apotheke (ehemals ein Amtshaus, datiert auf das Jahr 1567) auffallen. Auf dem Marktplatz rechts halten, in die Obergasse zum Museum gehen. Hier werden etwa die historischen Kostüme der Herbsteiner Fastnachtsspringer gezeigt - 13 junge Männer, von denen einige in Frauenkleider schlüpfen. So entstehen „Paare“ die sich ausschließlich springend durch die Stadt bewegen.

Weiter geradeaus, dann nach rechts in die Kolpingstraße einbiegen, die uns zum Haus des Gastes und der Meditationsspirale am Eingang des Kurparks führt. Hier wurde eine Quelle in einem Basaltbecken gefasst und das Wasser in eine farblich wechselende Spirale geleitet durch die man nun gehen kann. Durch den weitläufigen Kurpark mit Kunstwerken geht’s zurück zur Vulkantherme. Dort kann man auf der Bistro-Terrasse im Grünen sitzen und sich nach der Wanderung mit Deftigem oder „Wellness“-Mahlzeiten wie Salaten der Saison oder Vollorn-Wraps stärken. Oder man taucht im 32,6 Grad warmen Heilwasser ab, das aus 1 000 Meter Tiefe des Vulkans sprudelt.

Quelle: op-online.de

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