Riverdance-Darsteller unterrichteten Tanz-Nachwuchs

Steppen ist ein Lebensgefühl

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Hoch das Bein! Vier Riverdance-Darsteller haben in der Sachsenhäuser Tanz- und Theaterwerkstatt erste Einblicke in die Welt des Steppens gegeben.

Frankfurt - Die Tanzshow Riverdance kommt im Mai in die Jahrhunderthalle. Gerade besuchten vier der Stepp-Profis aus Irland eine Frankfurter Tanzschule, um mit den Eleven einige Schritte einstudieren. Von Konstanze Löw 

Keltische Musik, die von den hohen Tönen des Dudelsacks dominiert wird, erfüllt den Raum. Mit einem klaren „one, two, one, two, three, four“, gibt Padraic Moyles den Einsatz für die Gruppe. Konzentrierte Gesichter. Aufrechte Haltung. Die Strasssteinchen auf Moyles Oberteil funkeln im Licht. Sekunden später ist die Musik nur noch Hintergrundgeräusch. Rhythmisches, lautes Klackern übertönt selbst den Dudelsack. Die Absätze der schwarzen Stepp-Schühchen treffen in komplizierten Schrittfolgen immer wieder lautstark auf den Holzfußboden des Proberaums im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen. 18 Tänzer erzeugen rhythmische Klänge, die mit der Musik verschmelzen. 36 Füße im Gleichtakt.

Bevor die Profis von Riverdance im Mai das Frankfurter Publikum in ihren Bann ziehen wollen, haben 14 tanzbegeisterte Mädchen die Möglichkeit, erste Einblicke in die Welt des irischen Traditions-Tanzes zu erhaschen. Und dabei ist Mitmachen angesagt. Raus aus den Sneakers, rein in die Steppschuhe. Erste Grundregeln werden von der Tänzerin Sarah Woods erklärt – gerade Haltung, Hände möglichst nah am Körper und lächeln. Woods muss es wissen: Die Irin begann im Alter von vier Jahren zu steppen und tourt seit vier Jahren mit Riverdance durch Europa, China und Japan.

Nach dem ersten Warmmachen und dem Einstudieren einfacher Schrittfolgen wird den Nachwuchstänzerinnen schnell mehr zugemutet. Auch kompliziertere Schritte und Sprünge wie der „Cramp Roll“ und „Time Steps“ sind für die Kinder beim Mini-Workshop kein Problem. Zwar haben sie noch nie zuvor gesteppt, dass jedoch nicht nur den Riverdance-Profis viel rhythmisches Blut durch die Adern fließt, merkt man sofort.

Die Schülerinnen schwingen sonst zu HipHop, Flamenco oder Ballett regelmäßig das Tanzbein in der Tanz- und Theaterwerkstatt in der Schneckenhofstraße. „Dass wir als Tanzschule die Chance haben, unseren Schülerinnen andere Stile zu zeigen, freut uns sehr. Und dass sie dann auch noch professionelle Tänzer von Riverdance sind, die den Schnupperkurs leiten, ist klasse“, freut sich die Tanzpädagogin Sandra Baumeister.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Neben den Kostümen der Darsteller und der synchronen Schrittabfolge beim Stepptanz, der die Profis wie Marionetten wirken lässt, begeistert die 13-jährige Cecilia vor allem der Inhalt der Tanzshow. Sie erzählt die irische Geschichte mit Szenen der Auswanderung, des Abschieds und des damit verbundenen Aufbruchs nach Amerika. Riverdance zeigt aber auch das Aufeinandertreffen der verschiedenen Kulturen auf den Straßen der US-Städte. So begegnet der traditionelle irische Stepptanz auf der Bühne auch dem Flamenco oder Breakdance.

Dass die Profis mit dem Tanz verbunden sind, ist nicht nur an der Leidenschaft zu erkennen, mit der sie den Frankfurterinnen die Schritte geduldig beibringen. „Man steppt nicht einfach nur. Es ist ein Lebensgefühl“, schildert Moyles, der bereits mit zwölf Jahren professioneller Tänzer wurde. Heute ist er Riverdance-Hauptdarsteller.

Wie der Sprung zu den Profis gelang, ist eine der brennendsten Fragen an diesem Nachmittag. Viel Training in jungen Jahren sei das A und O, verrät Moyles. „Heute sind die Shows vor großem Publikum unser Training, das ist anstrengend und Übung genug.“ Kurze Zeit später gibt er wieder den Einsatz – „one, two, one, two, three, four“.

Riverdance kommt am 26. und 27. Mai in die Frankfurter Jahrhunderthalle. Karten gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Quelle: op-online.de

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