Ballet Revolución wieder in Frankfurt

Tanzshow auf neuem Niveau

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Ballett, Athletik und Hits verbindet die Show.

Frankfurt - „Kubanische Tänzer bewegen sich anders als alle Tänzer der Welt. Der afro-kubanische Tanzstil gibt den Kubanern eine große Lockerheit in den Schultern und Hüften“, sagt Choreograf Roclan Gonzalez Chavez. Von Thomas Ungeheuer 

Gemeinsam mit dem Australier Aaron Cash hat der Kubaner 2012 und 1214 die ersten beiden Tanzshows von Ballet Revolución choreografiert. Jetzt kommt deren dritte Produktion in die Alte Oper Frankfurt. Weil es keine vorgegebene Handlung gibt, genießen die Choreografen größtmögliche Freiheit. Etwa bei der Zusammenstellung des Ensembles: Wirbelten in der ersten Version zwölf Männer und sechs Frauen über die Bühne, so ist das Geschlechterverhältnis im aktuellen 19-köpfigen Aufgebot nahezu ausgeglichen.

Viele der klassisch ausgebildeten Tänzer genössen die „künstlerische Freiheit, die ihnen die Show bietet“, erzählt Tänzerin Heidy Babtista Garcia. Dennoch hätten einige von ihnen Bedenken, dass sie in dieser Compagnie das strenge Bewegungsvokabular des Balletts ein Stück weit verlernen könnten. Schließlich vermischt Ballet Revolución spielerisch die Elemente von Rumba, Tango, Son, Mambo und Salsa mit dem Vokabular des Klassischen Balletts. Zudem fließen in diese reizvolle Melange Anleihen aus Street Dance, Video-Clip und Modern Dance ein. So bekommen streng standardisierte Bewegungen des Balletts eine neue Note.

Wie sehr sich Ballet Revolución weiterentwickelt hat, wird an den Choreografien offensichtlich. Erschienen sie 2012 oft gleichförmig, mit etwas unbeholfen wirkenden akrobatischen Einlagen, zeigt sich jetzt eine Reife, die vor allem dem hohen tänzerischen Niveau des Ensembles gerecht wird. Dass die Tänzer und Tänzerinnen zu den besten von Kuba zählen, wird umso glaubwürdiger.

Ausgebildet wurden die von Kostümdesigner Jorge Gonzalez in körpernahe Kostüme gehüllten Tänzer an der „Escuela Nacional de Arte“ im zeitgenössischen Tanz oder an der „Escuela Nacional de Ballet“ im klassischen Tanz. Folgerichtig geht der selbstbewusste Blick des Ensembles am Anfang der zweistündigen Show denn auch zunächst in ihre Heimat. So bekommt man während der Lieder „El Panadero“, „Mambo Time Machine“ und „Chiky´s Mambo“ reizvolle Einblicke in die Entwicklung des Tanzes auf der Karibikinsel.

Danach schaltet Ballet Revolución jedoch um in die Gegenwart und Vergangenheit der internationalen Charts. Fortan spielt die siebenköpfige Liveband Hits von Hozier, Beyoncé, The Police, Rihanna, Usher, James Brown, Prince und Ricky Martin. Ohne Frage herrschen bei Stücken wie „Roxanne“ oder „Purple Rain“ melancholische Stimmungen vor. Unbändige Lebensfreude teilt sich eher mit, wenn Sänger Weston Foster „She Bangs“ oder Sängerin Janine Johnson „On The Floor“ interpretieren. Zu Songs, deren Klangbilder um einiges elektronischer geworden sind, sollen kraftvolle wie elegante Soli, Paar- und Ensembletänze in technischer Perfektion miteinander verschmelzen.

Quelle: op-online.de

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