Tasche mit Schutz vor Dieben

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Kreativ und erfolgreich: Die Dieburger Ursula und Edgar Becker mit einem Prototyp ihrer preisgekrönten, diebstahlsicheren Tasche „art-b-e-u“.

Dieburg ‐ So stellt man sich einen Tüftler und Designer vor: Edgar Becker trägt Bart und Frisur akkurat wie eigenwillig und mit Vorliebe schwarze Kleidung. Vor allem aber durchdenkt er die Dinge gerne auf eine neue Art und Weise und fesselt sein Gegenüber mit kreativen Einfällen. Von Jens Dörr

Auf die neueste, preisgekrönte Erfindung des 59-jährigen Dieburgers allerdings brachte ihn seine Frau Ursula, die mit Edgar Becker zusammen das Unternehmen BeE-marketing bildet: eine diebstahlsicher Handtasche, mit dem Namen „art-b-e-u“ versehen. „Im Zug bin ich mal bestohlen worden“, erzählt Ursula Becker. „Da trat mir jemand auf die Füße, später fehlte etwas in der Handtasche, obwohl ich die vor mir hängen hatte.“ Diebstahlsicher ist bei „art-b-e-u“ noch etwas zu präzisieren. Die Handtasche entreißen und wegrennen kann man auch bei ihr. Der wesentlich häufigere Fall - das heimliche Öffnen und beispielsweise das Entwenden der Geldbörse - wird aber ausgeschlossen.

Ein ohrenbetäubender Alarmton macht sich breit, wird die Tasche unerlaubt geöffnet. Wie bei einem Auto lässt sich die Tasche mit einem Sender sichern oder entsichern. Öffnen kann man sie jederzeit, ohne Alarm allerdings nur, wenn der Träger es möchte und sie zuvor durch seinen Sender „entriegelt“ hat. „Die Idee wurde sozusagen blitzartig geboren“, sagt Edgar Becker.

Wertvolle Notebooks könne geschützt werden

Sound und Kabel sind mit den Schlössern der Tasche verbunden, der unerlaubte Zugriff wird unmöglich gemacht. „Bei Farben und Formen der Taschen sind durch die dahinter stehende Technik keine Grenzen gesetzt“, verspricht Erfinder Becker, der sich die Sache hat patentieren lassen.

Keine Einschränkungen gebe es auch bei Rucksäcken, Ranzen und Koffern. Wertvolle Notebooks könnten so ebenfalls vor Diebstahl geschützt werden, sagt er. Sehr stilvoll sehen auch die Prototypen aus, die die Beckers in diversen Kooperationen haben fertigen lassen.

Optisch verlieren Taschen nichts durch Beckers Sicherung - die damit ausgestatteten Alarm-Reaktions-Taschen (die Abkürzung „art“ findet sich auch im Produktnamen wieder und bildet zudem das englische Wort für „Kunst“) sind extrem schick. Das fanden auch die Besucher der Erfindermesse in Genf Ende April, der größten Messe ihrer Art auf der Welt. „Da hätten wir wohl 1 000 unserer Taschen an den Mann und die Frau bringen können“, lacht Ursula Becker in ihrer herzlichen Art.

Überzeugt habe, dass sich mit der Tasche ein ganz anderes Gefühl einstelle. „Man fühlt sich viel wohler und befreiter, wenn man nicht ständig nach seiner Tasche schauen muss“, sind sich die Beckers einig.

Nächster Schritt wäre der zur Serienfertigung

Kein Zwischen-die-Füße -stellen im Zug, kein ängstlicher Blick im Restaurant, stattdessen lockeres Umhängen über die Schulter, wenn’s beliebt - gar von einem „Wohlfühl-Effekt“ sprechen die Beckers, wenn sie die Auswirkungen von „art-b-e-u“ auf ihren Besitzer beschreiben. Die eigentlich schlichte, so aber noch nicht da gewesene oder gar patentierte Idee überzeugte in Genf auch die Jury, die BeE-marketing im Fachbereich „Kleidung, Textilien, Accessoires und Maschinen“ die Silbermedaille verlieh. „Mit der Folge, dass wir von den Medien bestürmt wurden, teils Interviews mit Dolmetschern geben durften“, schmunzelt Ursula Becker. Auch auf der Offenbacher Ledermesse stieß „art-b-e-u“ schon auf großes Interesse, die Bundespolizei, die allerdings keine Produkte empfehlen darf, hat die Tasche ebenfalls schon wohlwollend ins Auge gefasst.

Der nächste Schritt wäre der zur Serienfertigung – BeE-marketing arbeitet dran. Im Hotel in Genf nutzte das Paar aus Dieburg „art-b-e-u“ auf seine eigene Art: Dort diente die Tasche als Safe.

Quelle: op-online.de

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